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Große Unterschiede zwischen Wirtschaftswald und Wilder Natur

Holznutzung ist wichtig, denn Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff.
Die deutsche Biologische Vielfalt zu erhalten, ist ebenso wichtig.
Auf 5 % der deutschen Waldfläche sollen dafür laut Nationaler Strategie zum Erhalt der Biologischen Vielfalt neu geschaffenen Wildnisgebiete entstehen. Das bedeutet auch: 95 % der Waldfläche werden weiterhin für die Holznutzung zur Verfügung stehen.

Schweizer Studie von 2013 fordert mehr Schutzgebiete:
"Wälder mit gesamtem Lebenszyklus brauchen einen segregativen Ansatz, d.h. solche Bestände können nicht bewirtschaftet werden, um ihre Biodiversität zu erhalten. Hinweise aus der wissenschaftlichen Literatur und den Ergebnissen der ExpertInnenbefragung ergeben dafür Grössenordnungen von 20 bis 30% der Waldfläche."

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Wirtschaftswald ist anders als ein ungestörter Naturwald - hier einige Unterschiede:

Peter Wohlleben, Diplomforstwirt und Buchautor: ARD-alpha, 24.2.2017


Im Wirtschaftswald

  • ist die Artenzusammensetzung der Bäume vielerorts stark verändert

  • fehlen alte Bäume. Im Buchenwald fallen zwei Drittel der Altersphase weg, da Buchen jung geerntet werden

  • ist Totholz als wichtiger Lebensraum nur noch in stark reduziertem Umfang vorhanden. In Naturwäldern findet man bis über 100– teilweise bis zu 300 Festmeter Totholz auf einem Hektar. In Wirtschaftswäldern durchschnittlich ca. 12 Festmeter/Hektar. In älteren naturnahen Beständen über 140 Jahre werden vom Forstbetrieb Ebrach 40 Festmeter/ Hektar angestrebt.

  • stehen deutlich weniger Bäume auf der Fläche. Nur ausgewählte Bäume dürfen stehen bleiben, "Bedränger" müssen weichen. In Naturwäldern stehen 800 –  z.T. sogar 1.000 Festmeter Biomasse auf einem Hektar Waldboden. In Wirtschaftswäldern sind es wesentlich weniger: im naturnah bewirtschafteten Forstbetrieb Ebrach 2013 ca. 370 Festmeter/ Hektar.

  • gibt es massive Bodenstörungen und -schäden durch Holzerntemaschinen: Bodenlebewesen werden stark geschädigt und die Wasserspeicherfunktion stark reduziert. In den Bayerischen Staatswäldern sollen alle 30 Meter Rückegassen eingerichtet werden. Dies entspricht ca. 15 - 20 % der bayerischen Staatswaldfläche.

Buchenwälder sind eng mit unserer Kultur verbunden: sie haben Holz geliefert für Glashütten und Metallschmelze, Möbel, Zellstoff, Papier, Brennholz und Vieles mehr. Als die Wälder ausgeplündert waren, wurde um 1850 die Forstwirtschaft erfunden. Aber aller Anfang ist schwer...Die forstlichen Defizite der Vergangenheit, wie Kahlschläge, Nadelholzmonokulturen, der Verlust alter Wälder mit Uraltbäumen und Totholz führten unter anderem zu einem fortschreitenden Artenverlust. Lange wurde von Naturschützern (auch Forstleuten) darauf hingewiesen, nur langsam erfolgte ein Umdenken. Für einige Arten kommt diese Hilfe zu spät. Nun geht es darum, zu retten, was noch da ist.


Für die Begründung neuer Wildnisgebiete empfiehlt der Arbeitskreis »Naturschutz und Wald« am Bundesamt für Naturschutz möglichst naturnahe Bestände natürlicher Schlusswaldgesellschaften mit heimischen Baumarten auszuwählen (Wenzel 1997).

 
Der Nordsteigerwald - eines der besten großflächigen Buchenmischwaldgebiete Deutschlands!

Die Buchenwälder im Nordsteigerwald wurden seit den 1990er Jahren in mehreren Untersuchungen als sehr gut für ein Großschutzgebiet geeignet eingestuft. 2007 gelangten sei bei der Suche deutscher Buchenwälder für das UNESCO-Weltnaturerbe auf dem 5. Platz.

Das Juwel, das in der Region glänzt, sind diese Wälder mit ihrer Fähigkeit, sich relativ schnell wieder in ein wertvolles Wildnisgebiet zu entwickeln. Der Laubwald im Nordsteigerwald ist großflächig, relativ naturnah bewirtschaftet und ohne durchführende Autobahn.
Es gab hier durchgehend alte Bäume mit ihren Arten und in 6 kleinen bestehenden Wildnisgebieten haben sich diese Arten alter Wälder wie auf Inseln im Waldmeer gehalten. In Deutschland gibt es nicht mehr viele Waldgebiete wie dieses, auf denen man den Spezialauftrag „Erhalt der Biologischen Vielfalt“ verwirklichen kann. Nationalparks sind für diese Aufgabe bestimmt, aber sie haben im Gegensatz zur weltweiten Schutzgebietskategorie „Wildnisgebiet“ noch eine Sonderfunktion: Sie sollen für alle Menschen offen stehen, ihnen Naturabläufe nahe bringen und der Erholung sowie der Forschung dienen.

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