Zur Startseite

Pro Steigerwald Nationalpark

Gemischtes/ Buchtipps

  • Home  › 
  • Aktuelles

Massenhaft dicke Bäume gefällt – BN fordert besseren Schutz

In den Staatswäldern im Steigerwald wurden zuletzt wieder viele dicke Bäume gefällt. Anstatt die wertvollen Bäume zu schützen, setzt die Staatsregierung auf die Einnahmen aus dem Holzverkauf. Der BUND Naturschutz appelliert an die Bayerische Staatsregierung, den Holzeinschlag im Steigerwald zurückzufahren, die alten Bäume vollständig zu erhalten und Frankens Naturerbe besser zu schützen – am besten durch einen Nationalpark.

05.01.2026

„Der Steigerwald ist der ökologisch wertvollste Laubwald Bayerns. Durch den massiven Holzeinschlag verschlechtert sich das Waldklima, die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Artenvielfalt. Für ein paar tausend Euro Gewinn werden hier massive Schäden in Kauf genommen“, kritisiert der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Auch wenn die Staatsregierung mehr Schutz verspricht, ist klar: wer Bäume fällt, kann sie nicht schützen. So wird das Entstehen eines alten Waldes gezielt verhindert.“ 

Auch im vormals geschützten Hohen Buchener Wald bei Ebrach werden wieder vermehr alte und ökologisch wertvolle Buchen gefällt. 2015 hatte die Staatsregierung das erst ein Jahr zuvor ausgewiesene Schutzgebiet wieder aufheben lassen (“Lex Steigerwald“). 

„Die Staatsregierung stellt Gewinn über Gemeinwohl“, klagt der BN-Waldexperte Ralf Straußberger. „Die Holzernte reißt große Löcher in das schützende Kronendach des staatlichen Steigerwalds, schwere Maschinen verursachen Schäden an den Böden. Dies widerspricht den Zielen des Bayerischen Naturschutzgesetz, wonach im Staatswald das vorrangige Ziel zu verfolgen ist, die biologische Vielfalt zu erhalten oder zu erreichen.“ Aus der Nutzung genommene Buchenwälder sind nicht nur Lebensraum zahlreicher Arten, sondern auch große Kohlenstoffspeicher. „Ein Nationalpark wäre also eine prima Sofortmaßnahme für den Arten-, Wasser- und Klimaschutz. Auch zur Klimaanpassung wäre er gut, denn alte artenreiche Naturwälder sind widerstands- und anpassungsfähiger.“

Die Buchenwälder im Nordsteigerwald sind Heimat vieler europaweit geschützter Arten. Sie sind eines der letzten und wertvollsten großflächigen Laubwaldgebiete Deutschlands und bestens geeignet für den wichtigen Schutz ungestörter Naturabläufe. Das dafür angemessene Qualitätssiegel „Nationalpark“ bietet auch eine Riesenchance für die gesamte Region.

Für Rückfragen:

Ralf Straußberger, Waldreferent 
Tel.: 0171 7381724
E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de 

Hier finden Sie die Pressemitteilung auf der BN-Seite

Hintergrundinformation: BUND Naturschutz
Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ist mit über 269.000 Mitgliedern und Förderern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.