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Pro Steigerwald Nationalpark

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Nationalpark Steigerwald bleibt Dauerbrenner - BUND Naturschutz Bamberg fordert Kommunalpolitik zum Handeln auf

Der BUND Naturschutz Bamberg appelliert angesichts der anstehenden Kommunalwahl an die regionalen Politikerinnen und Politiker, die „Jahrhundertchance Nationalpark“ endlich umfassend prüfen zu lassen. „Wir haben einen riesigen Schatz in unserer Region, den niemand nebenan kopieren kann und dessen Wert immer mehr Menschen klar wird.“ betont Erich Spranger, der 1. Vorsitzende der BN-Kreisgruppe. Die letzten Umfragen und der mitgliederstarke, aktive Bürgerverein pro Nationalpark zeigten: Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet den Nationalpark, und die Diskussion darüber werde nicht abebben. Es sei angesagt, die Bürgerinnen und Bürger endlich umfassend und sachlich über die Auswirkungen des Nationalparks zu informieren und sich nicht von München die Marschrichtung diktieren zu lassen.

13.02.2026

Diplom-Biologe Gerhard Spörlein zeigt sich begeistert von den kleinen, jedoch schon seit Jahrzehnten nutzungsfreien Naturwaldreservaten des Steigerwalds: „Hier findet man majestätische, alte Baum-Gestalten, wie man sie aus Wirtschaftswäldern nicht mehr kennt. Mit ihren bemoosten Stämmen riesigen Kronen und bizarren Wuchsformen bieten sie Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele heute seltene Tier- und Pilzarten.“ Die Fläche der wenigen Naturwaldreservate reiche aber nicht, um deren Populationen dauerhaft stabil zu halten. Im umgebenden Forst würden weiter viele dicke Bäume im Staatswald gefällt, sodass ein flächiges Altwerden des Waldes verhindert werde.

Vorstands-Mitglied Johannes Otto Först stellt den besonderen Wert eines größeren Schutzgebietes heraus: „Ein Nationalpark bietet Schutz für die Wiederentstehung eines alten Waldes voller Leben - ohne bodenverdichtende Maschinenwege, geschädigten Wasserhaushalt und hitzedurchlässige Löcher im Kronendach durch Baumfällungen.“ Im Nord-Steigerwald könnte er mit einer Kernzone, die gerade mal 1 % der bayerischen Staatswaldfläche ausmache, ganze Ökosysteme mit ihren natürlichen Prozessen schützen. „Wichtige Gemeinwohl-Aufgaben wie Wasserspeicherung, Humusbildung, Kühlung der Umgebung und Artenschutz haben hier Vorrang und sind die beste Investition in eine lebenswerte und gesunde Zukunft.“ fasst Vorstandsmitglied Prof. Dr. Wolf Strecker zusammen. Gleichzeitig speichert ein aus der Nutzung genommener Buchenwald in den ersten 50 Jahren große Mengen an Kohlenstoffverbindungen, ist also auch eine herausragende Sofortmaßnahme für den Klimaschutz.

Das „Trittsteinkonzept“ des Forstbetriebs Ebrach ist nach Auffassung der Naturschützer zwar für Wirtschaftswälder fortschrittlich, aber kein gleichwertiger Ersatz für einen Nationalpark - weder für die Natur noch für die Region. „Trittsteine“ können nutzungsfreie Schutzgebiete im großen Meer aus Wirtschaftswald miteinander verbinden, so dass einige Arten wandern können.

Nationalparke dagegen sind etwas Besonderes, es gibt nur 16 in ganz Deutschland, zwei im Süden Bayerns, keinen jedoch in unserer Heimat Franken. Nationalparkregionen erhalten feste staatliche Förderung in Millionenhöhe, neue Arbeitsplätze und den Ausbau von Infrastruktur, z.B. im öffentlichem Personennahverkehr. Neben regionalen Betrieben profitieren auch Privatleute, z.B. durch Vermietung von Ferienwohnungen. „Diese einmalige Chance muss endlich ergriffen werden!“ so das einstimmige Statement des Vorstands der BNKreisgruppe.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des BUND Naturschutz Bamberg vom 12.2.26