Tag der Buchenwälder am 25. Juni 2020

Deutschlands Buchenwälder sind in Gefahr!

In Zeiten des Klimawandels und Artensterbens sind alte Buchen und Buchenwälder unverzichtbare Verbündete, die besser geschützt werden müssen. Sie wirken als CO2 Speicher und als Garant für die im Rotbuchenwald heimische Artenvielfalt. Doch gerade unsere alten Buchenwälder genießen keinen ausreichenden Schutz. Das muss sich ändern!

Alte Buche im Ebracher Forst im Nordsteigerwald, Foto: Johannes Otto Först

Der BN kritisiert, dass zu viele dicke Buchen zu jung gefällt werden - gerade in den Gebieten, die sehr gut als Naturwald geeignet sind, wie hier im Steigerwald. Foto: Günther Oltsch

25.06.2020

Offener Brief von Verbänden an Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Frau Julia Klöckner Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Frau Svenja Schulze anlässlich des Tages der Buchenwälder am 25. Juni 2020:
Das Verschwinden vitaler Waldökosysteme hat schwerwiegende Auswirkungen, nicht nur auf die Buchenwälder selbst. Vielmehr wirken sich die Waldschäden auch auf die Artenvielfalt, den Klimaschutz, den Wasserhaushalt und die Bodenfruchtbarkeit aus.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses offenen Briefes möchten Ihnen ihre große Besorgnis über den derzeitigen Zustand und die sich abzeichnende Entwicklung der Buchenwälder – sowohl hier in Deutschland als auch in ganz Europa – zum Ausdruck bringen. Trotz eines formal bestehenden Schutzregimes, insbesondere durch die Natura 2000-Gebiete, sind die Buchenwälder stark gefährdet. …Aus diesem Grund möchten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses offenen Briefes folgende Forderungen an Sie richten:
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5. Deutschland muss sich außerdem wieder stärker für das Management der europäischen UNESCO-Welterbestätte engagieren (z.B. im Rahmen von Forschungsprojekten und Personal) und hierbei insbesondere Länder, die wirtschaftlich schlechter gestellt sind, substanziell unterstützen. Einige deutsche naturschutzfachlich besonders wertvolle Buchenwaldgebiete (z.B. im Steigerwald und im Spessart) müssen von den Ländern für das UNESCO-Welterbe nachgemeldet und umgehend strikt geschützt werden.

Bedrohte Vielfalt in Buchenwäldern, Pressemitteilung BUND Naturschutz in Bayern (BN) vom 24.6.20; Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) sorgt sich zum Tag der Buchenwälder am 25. Juni um diese bedrohten, für Bayern und Deutschland typischen Lebensräume. Bayern wäre von Natur aus ein Buchenland. „Das Land Bayern besitzt die größte Fläche an Buchenwäldern in Deutschland und muss endlich seine internationale Verantwortung für diese wertvollen Lebensräume wahrnehmen“, fordert der BN-Vorsitzende Richard Mergner: „Buchenwälder schonender nutzen und besser schützen.“ Wenn Buchenwälder alt werden, entwickeln sie sich zu wahren Hotspots der Artenvielfalt. Wegen starker Holznutzungen werden Buchenwälder aber kaum noch über 180 Jahren alt, es sei denn sie werden entsprechend geschützt. Buchenwälder beherbergen eine enorme biologische Vielfalt – bis zu 11.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Der Verantwortung für die Buchenwälder wird Bayern bislang jedoch nicht ausreichend gerecht. Seit Jahren werden vielerorts zu viele Bäume in zu kurzen Zeitabständen gefällt und ökologisch wertvolle Buchenwälder werden nicht geschützt. Der Freistaat weigerte sich sogar geeignete Buchenwälder für ein Weltnaturerbe zu melden, während andere Bundesländer die Chance nutzten und seit 2011 mit fünf anerkannten Weltnaturerbestätten werben können.

Bedrohte Vielfalt: BUND fordert besseren Schutz für alte Buchenwälder, Pressemitteilung BUND vom 24.6.20; Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sorgt sich zum Tag der Buchenwälder am 25. Juni um diese bedrohten, für Deutschland jedoch typischen Lebensräume. "Bund und Länder müssen endlich ihre internationale Verantwortung für diese wertvollen Lebensräume ernst nehmen und besonders alte Buchenwälder besser schützen", fordert der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. "In Deutschland stünden von Natur aus besonders viele Rotbuchenwälder, damit haben wir eine internationale Verantwortung für den Erhalt dieser vielfältigen Lebensräume – gerade in Zeiten des Artensterbens und des Klimawandels." Die unterschiedlichen Buchenwälder beherbergen eine enorme biologische Vielfalt – bis zu 11.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. "Alte, naturnahe Buchenwälder von über 180 Jahren zählen zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde", erklärt Bandt weiter. "Dabei sind sie wahre Hotspots der Artenvielfalt, die wir dringend erhalten müssen."… Zum Erhalt der Buchenwälder und ihrer Artenvielfalt fordert der BUND im Rahmen einer Ökologischen Waldwende konkret: Klima schützen und Stickstoffemissionen reduzieren, Schonender Umgang und ökologisch verträgliche Waldbewirtschaftung, Schutz von Naturwäldern und Waldwildnis und Waldumbau durch Naturverjüngung unterstützen, Jagdgesetz waldfreundlich gestalten: www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/bedrohte-vielfalt-bund-fordert-besseren-schutz-fuer-alte-buchenwaelder/

Presseinformation der BBIWS vom 22. Juni 2020 zum „Tag der deutschen Buchenwälder“ am 25. Juni 2020: Studie bringt erschreckende Zahlen ans Licht - „Gefährdungssituation deutscher Buchenwälder ist prekär“

Flyer zum Tag der Buchenwälder mit Fakten und Zahlen