Pressemitteilungen und Pressemeldungen

Aktuelle Infos zum Nationalpark Steigerwald

Presse 2020

Mai 2020

  • Verbände begrüßen neues Schutzgebiet im Steigerwald!-Wichtigstes Gebiet im Steigerwald weiterhin ohne Schutz! Pressemitteilung Freundeskreis vom 29.5.20; Nationalpark Steigerwald weiterhin oberstes Ziel!; BUND Naturschutz und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald begrüßen das von Ministerin Michaela Kaniber angekündigte Schutzgebiet im Böhlgrund als wichtigen Schritt zum Schutz des Nordsteigerwalds. „Wir freuen uns, dass nun nach 13 Jahren Diskussionen um ein Schutzgebiet im Steigerwald die Bayerische Staatsregierung endlich einen ersten Schritt gemacht hat,“ lobt Ralf Straußberger, Geschäftsführer des Freundeskreises. „Wir bedauern allerdings sehr, dass mit dem Hohen Buchenen Wald die am besten geeigneten Flächen weiterhin ohne Schutz bleiben“. Die Verbände werden deshalb ihr Engagement für einen Nationalpark fortführen und intensivieren. Das künftige Naturwaldgebiet Böhlgrund liegt ganz in Norden der diskutierten Nationalparkkulisse und kann in einen Nationalpark Steigerwald gut integriert werden.

April 2020

  • Lasst die dicken Buchen leben!, Pressemitteilung von BUND Naturschutz und Freundeskreis zum Tag des Baumes am 25.4.; Zum Tag des Baumes appellieren BUND Naturschutz (BN) und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald an die Bayerische Staatsregierung und die Bayerischen Staatsforsten, das Fällen der dicken Bäume in der Nationalpark-Kulisse im Nordsteigerwald zu stoppen! Die Naturschutzverbände kritisieren, dass gezielt der größte Teil der dicken Buchen Zug um Zug entnommen wird. „Damit wird deutlich, dass es den Bayerischen Staatsforsten aktuell nicht darum geht diese Buchen zu schützen und richtig alt werden zu lassen, sondern den größten Teil zu nutzen“ kritisiert Ralf Straußberger, Geschäftsführer des Freundeskreises und BN-Waldreferent. Die Verbände fordern die Ausweisung des Nationalparks und als ersten Schritt den „Hohen Buchenen Wald“ und den Stollberger Forst als Naturwaldgebiet zu schützen. Foto

März 2020

  • Der ewige Kampf um alte Buchen - Nationalpark Steigerwald, BR vom 26.3.20; Ein Beitrag von: Kirsten Zesewitz, Als dritter Nationalpark wurde der Steigerwald von vornherein ausgeschlossen, dabei wachsen hier uralte Buchen, ganze Areale erinnern an einen Urwald. Aber der Wald wird weiter forstlich genutzt. Kann eine Schutzzone helfen?
     
  • Artenvielfalt braucht alte Wälder und Bäume, PM Grüne, 21.3.20: Zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März fordern die bayerischen Grünen mehr Platz für einheimische Artenvielfalt in den bayerischen Wäldern.
     
  • Aktuelles vom Verein Nationalpark Steigerwald
     
  • Mehr Schutz für den Steigerwald: Verbände kritisieren Fällen statt Schützen, MP vom 23.3.20; Anlässlich des Internationalen "Tag des Waldes" kritisiert der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, dass die Staatsregierung die Staatswälder im Steigerwald zu wenig schützt und stattdessen dicke Buchen im großen Stil fällen lässt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Staatsregierung müsse die Zusagen nach dem Volksbegehren Artenvielfalt für mehr Schutz im Steigerwald endlich umsetzen und ein Schutzgebiet auf den Weg bringen.
     
  • Mehr Schutz für Steigerwald, Pressemitteilung FK Nationalpark Steigerwald vom 20.3.20; Verbände kritisieren Fällen statt Schützen: Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes kritisiert der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, dass die Staatsregierung die Staatswälder im Steigerwald zu wenig schützt und stattdessen dicke Buchen im großen Stil fällen lässt. Die Staatsregierung muss die Zusagen nach dem Volksbegehren Artenvielfalt für mehr Schutz im Steigerwald endlich umsetzen und ein Schutzgebiet auf den Weg bringen. „Doch anstatt wie versprochen im Steigerwald einen Naturwald auf den Weg zu bringen, gehen die Fällungen der dicken Buchen immer weiter“, kritisiert Ralf Straußberger, Geschäftsführer Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und Waldreferent des BUND Naturschutz (BN). BN und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald fordern die schleichende Entwertung des Steigerwaldes zu stoppen.
     
  • Tag des Waldes: Holzverarbeiter gegen Kahlschläge, MP vom 20.3.20; "Waldstilllegungen im Steigerwald sind im Sinne des Klimaschutzes kontraproduktiv, da sie Raubbau in anderen Ländern vorantreiben", so Burkard Müller und Peter Gleitsmann als Vertreter der Interessengemeinschaft "Holzverarbeiter im Steigerwald"
    Anmerkung:
    1.    Deutschland ist Laubholz-Exportland, 2017 wurde mehr als doppelt so viel Laub- Rohholz und –schnittholz exportiert als importiert (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Holzmarktbericht2018.pdf;jsessionid=C33FC8ED6FA37BE673B03CB2FDBE2BDA.2_cid385?__blob=publicationFile)
    2.    Der Holzverbrauch hat sich seit den 1990er Jahren in Deutschland verdoppelt und der Druck auf den Wald steigt weiter. Verantwortlich ist das starke Wachstum der Holzindustrie auf dem nationalen und globalen Markt, nicht der Naturschutz.
    3.    Deutschlands steigender, kräftig beworbener Holz-Verbrauch rechtfertigt nicht, ungebremst aus dem Ausland zu zukaufen. Der Verbrauch muss den Grenzen der Natur angepasst werden. Der Raubbau in andern Ländern der Welt hat seine Ursachen in der Wirtschaft, wie im Soja- und Palmölanbau oder im Brennholzverkauf.
    4.    Deutsche Wälder sind nicht vorbildlich, sondern zum größten Teil naturferne Kunstforste, was auch die letzte Bundeswaldinventur zeigt: 54 % standortfremde Nadelbäume meist in Monokultur, auf 80 % % der Waldfläche wächst nach Angaben des Bundesamt für Naturschutz nicht die dort natürliche Waldvegetation, gerade mal ca. 3,5 % Baumbestände sind über 160 Jahren und dicke Bäume Mangelware, Biotopbäume und Biotopholz (Totholz) sind absolut rar. Das fast vollständige Fehlen der Altersphase hat fatale Folgen für die biologische Vielfalt.
    5.    Wissenschaftliche Auswertungen zeigen: In nutzungsfreien Wäldern wird CO2 länger gebunden als in Holzprodukten. (https://www.muw-nachrichten.de/naturschutzwaelder-tragen-zum-klimaschutz-bei/). Große Mengen Holz werden verbrannt (mehr als 50 %) oder zu kurzlebigen Produkten, wie Papier, verarbeitet. Dadurch wird Kohlenstoff zeitnah wieder freigesetzt. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen, dass alte bzw. nutzungsfreie Wälder erhebliche Mengen an CO2 speichern, v.a. im Boden und in alten Bäumen - über sehr lange Zeiträume hinweg und wesentlich mehr als herkömmliche Wirtschaftswälder (z.B. N.L. Stephenson et al. Nature 507, 90-93 (2014); S. Luyssaert et al., Nature 455, 213 (2008). Nationalparks und andere Naturschutzwälder sind wichtige CO₂-Speicher, sie sind ebenso bedeutsam für den Klimaschutz wie für den Biotop- und den Artenschutz. (https://www.speicherwald.de/imperia/md/content/nabude/wald/170817-speicherwald-wald-als-kohlenstoffspeicher-welle-sturm.pdf.
    6.    Der Vorrat an Holz auf einem Hektar Fläche (und damit an gespeichertem Kohlenstoff) beträgt in Naturwäldern teils bei bis zu 1000 Festmeter (fm) pro Hektar – der zitierte Holzvorrat im Forstbetrieb Ebrach liegt mit 380 fm wesentlich darunter
    7.    In Naturwäldern gibt es nachweislich eine höhere Vielfalt an Strukturen und waldtypischen Arten als in Wirtschaftswäldern. (Höltermann et al; BfN, 2020). Auch durch eine naturnahe Forstwirtschaft können natürliche Waldlebensgemeinschaften und waldtypische Prozesse nicht vollständig bewahrt werden (Bässler, Müller, 2015)
    8.    Die Forstwirtschaft trägt Verantwortung für den Erhalt von Biologischer Vielfalt und Klimaschutz. Wenn Bayern als reiches Industrie-Bundesland - das seine Urwälder schon lange zerstört hat - signalisiert, dass es kein Interesse hat, wieder Naturwälder zu schützen, ist es ein schlechtes Vorbild.
    9.    25 Sägewerke im Umkreis werden vom Forstbetrieb Ebrach mit Holz versorgt, nur die Hälfte davon mit Laubholz: „Der Forstbetrieb und natürlich auch schon die vorherigen Forstämterbeliefern rd. 25 regionale Sägewerke mit Holz. Die Hälfte davon ist auf Laubholz Buche und Eiche spezialisiert.“ (Vortrag von Ulrich Mergner im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums am 24.3.2017)
    10.    Die Bayerische Staatsregierung muss ihren Spitzenreiter für ein Weltnaturerbe der UNESCO für den Schutz von Arten, Klima und Ökosystemleistungen (wie Wasserspeiche) nutzen, das macht Sinn. Holzernte wird aktuell auf über 98 % der Fläche betrieben, dafür braucht es den Nordsteigerwald nicht.

     
  • Naturschutzwälder tragen zum Klimaschutz bei; Pressemitteilung Nationalpark Bayerischer Wald, 13.2.20; Wissenschaftliche Auswertungen zeigen: In nutzungsfreien Wäldern wird CO2 länger gebunden als in Holzprodukten
     
  • Bäume vergessen nicht , Zeit vom 4.3.20;  Leidet der Wald unter Trockenheit, gibt er seine Erfahrungen an spätere Baumgenerationen weiter. Text s.u.
     
  • Proteste für Nationalpark Nordsteigerwald, FT vom 4.3.20; Ebrach — „Genial, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Luca Rosenheimer von Fridays for Future die etwa 150 Teilnehmer des Waldspaziergangs bei Ebrach. Gemeinsam mit dem Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete der Grünen, hatte der 21-Jährige den Waldspaziergang ins Leben gerufen
     
  • Naturschutzverbände fordern Schutz für Steigerwald, Pressemitteilung FK Nationalpark Steigerwald vom 2.3.20; Anlässlich des Weltartenschutztages weist der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald auf die großen Defizite beim Schutz von Naturwäldern hierzulande hin. „Als wichtigen Schritt für mehr Artenschutz fordern wir, dass die Staatsregierung im Steigerwald endlich den Hohen Buchenen Wald samt Stollberger Forst als Naturwaldgebiet schützt“, so Ralf Straußberger, Geschäftsführer Freundeskreis Nationalpark Steigerwald. „Die Staatsregierung muss ihre Zusage nach dem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt, im Steigerwald ein bis zu 2.000 Hektar großes Naturwaldgebiet zu schützen, einhalten.“
     
  • Fridays for Future im Kampf für den Nationalpark, BR-Beitrag über den Aktionstag, 2.3.20;Fridays for Future und Extinction Rebellion setzen sich für den Steigerwald als dritten Nationalpark Bayerns sein. Die Staatsregierung ist jedoch bislang dagegen.
     
  • Gegen Abholzung: Umweltaktivisten setzen Zeichen im Steigerwald, BR, 2.3.20; Der Steigerwald braucht Schutzgebiete, das wünschen sich Naturschützer seit Langem. Ihre Forderung unterstrichen sie mit einem Waldspaziergang in Ebrach im Landkreis Bamberg.
     
  • Weltenburger Enge: "Naturfrevel sondergleichen": Naturschützer beklagen Fällaktion vieler alter Buchen, SZ vom 1.3.20; Es ist keine drei Wochen her, da sind Ministerpräsident Markus Söder, Forstministerin Michaela Kaniber (beide CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) nach Kelheim gereist und haben die Ausweisung der Weltenburger Enge als erstes Nationales Naturmonument in Bayern gefeiert.... Dieser Tage kommen nun schlimme Nachrichten aus dem Gebiet im Westen von Kelheim. Die Bayerischen Staatsforsten haben in den Wäldern um die Weltenburger Enge so viele alte Buchen gefällt, dass Umweltschützer von einem "Naturfrevel sondergleichen" sprechen. "Da sind zig mehr als hundert Jahre alte Buchen umgesägt worden", klagt Christian Stierstorfer, Biologe und Waldfachmann beim Landesbund für Vogelschutz (LBV), "darunter viele alte Biotopbäume mit Rissen und Höhlen im Stamm, die die Staatsforsten nach ihren eigenen Naturschutzkriterien niemals hätten antasten dürfen."... Die Staatsforsten geben sich derweil wenig beeindruckt. Die Fällaktionen hätten sich auf kleine Teile der beiden Naturschutzgebiete beschränkt, heißt es in einer Erklärung, die das Staatsunternehmen am Freitag verschickt hat. Ihr Ziel sei "die Förderung eines klimastabilen Mischwalds" gewesen.... Die Leiterin des Kelheimer Forstbetriebs, Sabine Bichlmaier, die für die Fäll-aktion verantwortlich ist, hat sich in der Lokalpresse dafür um so heftiger zu den Vorwürfen geäußert. "Mich kotzt es an, dass sich unsere Mitarbeiter für gute Arbeit verteidigen müssen. Dass sie diskreditiert werden", wird die Forstbetriebschefin in der Mittelbayerischen Zeitung zitiert... Das Umweltministerium sieht die Aktionen ebenfalls sehr kritisch. "Wir haben uns bereits mit zuständigen Behörden in Verbindung gesetzt und prüfen weitere Schritte", sagt eine Ministeriumssprecherin. Die Konsequenzen sollen offenbar drastisch ausfallen. Nach Informationen der SZ will die Regierung von Niederbayern die einstweilige Sicherstellung der Naturschutzgebiete "Weltenburger Enge" und "Hirschberg" anordnen. Danach sollen die einschlägigen Schutzverordnungen überarbeitet werden. Das heißt, dass die Staatsforsten nun keinen Baum mehr in den beiden Naturschutzgebieten anfassen dürfen.

Februar 2020

  • Nationalpark und kein Ende, FT vom 8.2.20: Der Verein Nationalpark Steigerwald lässt nicht nach in seinem Bemühen, ein Unesco-Weltnaturerbe im Steigerwald zu erreichen. Jüngster Anlass war jetzt der Besuch des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber, der anlässlich der Kandidatenvorstellung der Freien Wähler in die Remise des „Klosterbräu“ in Ebrach gekommen war. Bei dieser Gelegenheit betonte der Vorsitzende des Vereins, Liebhard Löffler, gegenüber dem Minister, dass das erste Weltnaturerbe Bayerns im Nordsteigerwald wirtschaftlich und ökologisch große Vorteile aufweisen und auf das gesamte Franken mit seinen über vier Millionen Einwohnern positiv ausstrahle.... Glauber wiederum, der in Ebrach eine Reihe von Walhkampfveranstaltung mit den Freien Wählern startete, blieb bei seiner bisherigen Linie. Sein Ministerium werde nur dann tätig werden, „wenn es von den beteiligten Landkreisen solide Beschlüsse gibt“, so der Minister.
     
  • Breites Bündnis für einen Nationalpark Steigerwald, Der Neue Wiesentbote vom 4.2.20, Pressemitteilung vom Bündnis „#steigibleibt“: Wir sind das Bündnis „#steigibleibt“ aus Bamberger, Würzburger, Haßfurter und Nürnberger sozial-ökologischen Vereinigungen und vielen Menschen aus der Steigerwald-Region. Wir wollen, dass im Steigerwald ein Großschutzgebiet ausgewiesen wird und unterstützen deshalb die Forderungen des BUND Naturschutz sowie anderer Verbände im Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und des Vereins Nationalpark Steigerwald, einen Nationalpark in den Staatswäldern zu schaffen. Wir stehen für den Schutz dieses wertvollen Laubwaldgebietes und für unsere Heimat ein. Deshalb waren wir am Sonntag auch gemeinsam mit 60 Menschen auf einem Waldspaziergang im Steigerwald.

Januar 2020

  • Nationalpark-Verein: Alte Bäume helfen Klimaschutz am meisten, MP vom 26.1.20; Der Vorsitzende des Vereins Nationalpark Steigerwald widerlegt Aussagen der Forstwirtschaft. Bei der Speicherung von Kohlenstoff komme Totholz eine besondere Rolle zu.
     
  • Markus Söder auch dabei: Gerhard Eck feiert mit 300 Freunden, MP vom 25.1.20; ... Rot sehe der "schwarze Gerhard" nur, so Söder weiter, wenn die Rede auf einen eventuellen Nationalpark Steigerwald kommt. Da habe er, so der Ministerpräsident, schon als junger Umweltminister die Erfahrung gemacht, "dass bei ihm die innere Kettensäge losgeht". Und so verspricht er Eck an seinem Ehrentag: "Solange Du alles im Griff hast, gibt es unter keinen Umständen einen Nationalpark im Steigerwald." Da ist der Jubel im Saal groß.
     
  • Gerhard Eck wird 60: Geburtstag wie der "Alte Fritz", Mainpost vom 22.1.20; Der dienstälteste Unterfranke im Söder-Kabinett feiert 60. Geburtstag. Zum Ehrentag findet Innenminister Joachim Herrmann sogar Gemeinsamkeiten mit Friedrich dem Großen. .....Geht ihm etwas gegen den Strich, platzt Eck allerdings auch schnell der Kragen: "Da kann er richtig ungehobelt werden", stöhnen auch Kabinettskollegen. Vor allem das Thema Nationalpark treibt nach wie vor seinen Blutdruck hoch. Als Chef des Vereins "Unser Steigerwald" kämpfte er einst gar wenig zimperlich gegen den Pro-Nationalpark-Kurs des eigenen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Im Streit um die Steigerwaldbahn und das Schloss Mainberg verweigerte er dem Grünen Landtagsabgeordneten Paul Knoblach in einem Brief kürzlich die Höflichkeitsformeln. "Wenn er sich aufregt, dann regt er sich eben richtig auf", erklärt ein Parteifreund. Letztlich hat Gerhard Eck jedoch mehrere Kabinettsumbildungen, zwei Koalitionen und einen Wechsel des Ministerpräsidenten politisch genauso überstanden, wie eine Verwicklung in die Verwandten-Affäre 2013 im Landtag.
     
  • Akteure auf dem Holzweg, Leserbrief Rebhan. MP vom 22.1.20; Zum Artikel "Kritik an Söders Forstpolitik" (14.1.): Es hat mir gut gefallen, was ich kürzlich in Ihrer Zeitung gelesen habe, dass die Kritik zweier alter Männer der bayerischen Politik energisch zurückgewiesen wurde. Worum ging´s? Die Altminister Eberhard Sinner und Helmut Brunner verstehen die aktuelle Forstpolitik nicht. Schutzgebiete brauche es nicht, Wirtschaftswald sei besser fürs Klima. Forstministerin Kaniber schlug jedoch den Pflock ein und erklärte, dass es auch notwendig sei, ökologisch besonders wertvolle Staatswälder der Natur zurückzugeben. Peng, das hat gesessen. Lasst die Jungen mal machen. Die verstehen die heutigen Aufgaben viel besser.
     
  • Holzverarbeiter im Steigerwald: Waldnutzung ist Klimaschutz, MP, 26.1.20;Auch die Interessengemeinschaft "Holzverarbeiter im Steigerwald" kritisiert die Pläne des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, den bayerischen Wald durch Stilllegungen zu einem Klimawald umzubauen. Das schreibt die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung. "Was viele Menschen übersehen, ist, dass bewirtschaftete Wälder in der Klimabilanz weit vor Waldgebieten liegen, die stillgelegt werden", wird Burkard Müller, Sprecher der Interessengemeinschaft, in der Mitteilung zitiert.... "Der vom bayerischen Ministerpräsidenten angekündigte Umbau zum Zukunftswald darf die sinnvolle Bewirtschaftung der Wälder nicht außer Acht lassen", so Müller. Schließlich habe sich Söder zum Ziel gesetzt, ländliche Regionen bewusst zu fördern. Allein aus dem Steigerwald werden laut Pressemitteilung über 70 regionale Holzverarbeiter mit Holz versorgt. Die Forst- und Holzwirtschaft sichert bayernweit etwa 200 000 Arbeits- und Ausbildungsplätze überwiegend im ländlichen Raum. "Eine Stilllegung von Wäldern würde gerade ländlichen Regionen die wirtschaftliche Basis nehmen." Die Interessengemeinschaft Holzverarbeiter im Steigerwald ist eine eigenständige Institution innerhalb des Vereins "Unser Steigerwald". Ihr Sprecher ist Burkard Müller, weitere aktive Mitglieder sind Susanne Bickel, Peter Gleitsmann, Stefan Reinlein, Philipp Reitz und Markus Schonath.
    Anmerkung: zu den Auswirkungen eines Nationalparks auf die Region, siehe Argumente auf unserer Webseite. Aktuelle Studien zeigen klar,das alte Naturwälder große Kohlenstoffspeicher und Kohlendioxidsenken sind. Außerdem sind sie widerstandsfähiger und anpassungsfähiger in der Klimakrise. Vom staatlichen Forstbetriebs Ebrach werden nach Aussagen des Forstbetriebsleiters nur 25 Sägewerke im Umkreis beliefert, die Hälfte davon mit Laubholz. Die  Zahl 70 Sägewerke wird in der Diskussion um ein Schutzgebiet gerne zur Irreführung erwähnt
     
  • Glauber: Nationalpark Bayerischer Wald feiert 50. Geburtstag, Pressemitteilung des Umweltministeriums vom 13.1.20: Der Nationalpark Bayerischer Wald feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Deutschlands ältester Nationalpark ist im Lauf der Jahrzehnte zu einer Erfolgsgeschichte für die gesamte Region geworden. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute beim Neujahrsempfang in Neuschönau: "Der Nationalpark hat sich in 50 Jahren zu einem einzigartigen Refugium für Tiere und Pflanzen entwickelt. Hier darf Natur noch Natur sein. Die einmalige Landschaft des Nationalparks ist heute ein Magnet für Touristen. Seine Strahlkraft erreicht die gesamte Region. Das belegt eine aktuelle Studie:  Gut 1,4 Millionen Besucher kamen 2019 in den Nationalpark, fast doppelt so viele wie vor zwölf Jahren. Auch die wirtschaftlichen Effekte für die Region sind beeindruckend. Wir wollen diese Erfolge und den Nationalpark weiterentwickeln. Ein Sonderprogramm mit einem Volumen von rund 32 Millionen Euro soll die Infrastruktur im Bereich des Nationalparks stärken." Mit der Ertüchtigung der Besuchereinrichtungen im Nationalpark wurde bereits begonnen. Die neue Waldwerkstatt für Kinder und Jugendliche im Informationszentrum "Hans-Eisenmann-Haus" wird im Frühjahr eröffnet. Vorgesehen ist, noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Nationalpark-Basisstraße zu beginnen. Die Sanierung der Gfällstraße ist für das kommende Jahr geplant.

Presse 2019

Dezember 2019

November 2019

  • BN fordert offene Diskussion zu Naturwaldgebieten, MP vom 21.11.19; Bei der gut besuchten Tagung „Naturerbe Buchenwälder“ des BUND-Naturschutz (BN) in Ebrach ging es laut einer Pressemitteilung um ein Naturwald-Verbundsystem in Bayern und Wälder in der Klimakrise. Lob gab es für die Bayerische Staatsregierung für das gesetzlich festgelegte Ziel, zehn Prozent der Staatswälder „mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität“ aus der Nutzung zunehmen. BN und Greenpeace hatten 2016 ihr Konzept für ein Naturwald-Verbundsystems veröffentlicht, einige Kerngebiete wurden in Ebrach vorgestellt. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben dem Forstministerium einen Entwurf vorgelegt, aber eine Diskussion über Gebiete und deren fachliche Eignung wird verweigert. Richard Mergner, Vorsitzender des BN, fordert dazu eine Diskussion: "In Bayern fehlen mittelgroße und große Naturwälder, die natürliche Anpassungs-Prozesse gewährleisten und Spenderflächen für Biodiversität sowie Lernflächen für den Waldbau sind. Da muss dringend nachgebessert werden und fachlich geeignete Gebiete geschützt werden, denn öffentliche Wälder haben Verantwortung für das Gemeinwohl!"
     
  • Knoblach will Steigerwald-Buchen dauerhaft retten, MP vom 21.11.19;  ... "Dass im früheren Ebracher Klosterwald noch immer uralte Buchen gefällt werden dürfen, ist ein Skandal, für den CSU-Innenstaatssekretär Gerhard Eck maßgeblich verantwortlich ist", erklärt der Biolandwirt aus Garstadt. Eck und Co. hätten so viel Druck gemacht, dass die Staatsregierung einen von den Grünen stets geforderten, weil sinnvollen Nationalpark Steigerwald seit Jahren ablehnt. Das gleiche Trauerspiel ist jetzt bei der Steigerwaldbahn zu beobachten, wieder mit Eck als Hauptgegner einer Wiederbelebung der Bahnstrecke. Das Buchensterben im Steigerwald müsse aber enden. "Ein Einschlag-Stopp im Klosterwald bei Ebrach ist auch sofort möglich, wenn Ministerpräsident Markus Söder und Forstministerin Michaela Kaniber das schon für den Spätsommer angekündigte Naturwaldreservat dort ausweisen", sagt der grüne MdL. Dieses Naturwaldgebiet müsse neben dem Hohe Buchener Wald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) auch den sich anschließenden Stollberger Forst bei Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt umfassen.
     
  • BN fordert offene Diskussion zu Naturwaldgebieten Pressemitteilung BN und FK Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, 20.11.29; Fachtagung in Ebrach: neue Erkenntnisse zu Naturwald und Klima; Bei der gut besuchten Tagung „Naturerbe Buchenwälder“ des BUND-Naturschutz (BN) in Ebrach ging es letztes Wochenende um ein Naturwald-Verbundsystem in Bayern und Wälder in der Klimakrise. Lob gab es für die Bayerische Staatsregierung für das gesetzlich festgelegte Ziel 10 % der Staatswälder „mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität“ aus der Nutzung zunehmen. BN und Greenpeace hatten 2016 ihr Konzept für ein Naturwald-Verbundsystems veröffentlicht, einige Kerngebiete wurden in Ebrach vorgestellt. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben dem Forstministerium einen Entwurf vorgelegt, aber eine Diskussion über Gebiete und deren fachliche Eignung wird verweigert. Richard Mergner, Vorsitzender des BN, fordert dazu eine Diskussion: „In Bayern fehlen mittelgroße und große Naturwälder, die natürliche Anpassungs-Prozesse gewährleisten und Spenderflächen für Biodiversität sowie Lernflächen für den Waldbau sind. Da muss dringend nachgebessert werden und fachlich geeignete Gebiete geschützt werden, denn öffentliche Wälder haben Verantwortung für das Gemeinwohl!“ Aktuelle Studien zeigen, dass alte Wälder mit viel Biomasse und einer hohen typischen Artenvielfalt wesentlich stabiler und anpassungsfähiger in der Klimakrise sind als junge Wirtschaftswälder. Dr. Anke Höltermann vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) appellierte an die Länder: „Der Anteil von Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung sollte schnell und signifikant erhöht werden.“ Mehrere Referenten forderten einen Einschlags-Stopp für staatliche Laubwälder über 140 Jahren. Die Besichtigung des Naturwaldreservats Waldhaus und der Ausstellung „Wilde Buchenwälder“ sowie der Kurzfilmabend „Steigerwald-Flimmern“ rundeten die Tagung ab. Bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern der Landtagsfraktionen wurden die Unterschiede deutlich. Während Patrick Friedl von den Grünen sich klar für mehr und auch größere Naturwälder aussprach, verwiesen Barbara Becker von der CSU und Leopold Mayer von der FDP auf die Notwendigkeit der Holznutzung.
     
  • Stehen lassen, SZ vom 15.11.19; Der Bamberger Altlandrat Günther Denzler (CSU) ist ein entschiedener Kämpfer für einen Buchen-Nationalpark im fränkischen Steigerwald. Jetzt fordert Denzler, der sich mit seinem Engagement wenig Freunde in seiner Partei gemacht hat, das Fällen alter Buchen in dem früheren Ebracher Klosterwald zu stoppen. Und zwar zumindest so lange, bis Ministerpräsident Markus Söder und Forstministerin Michaela Kaniber (beide CSU) entschieden haben, wo im Steigerwald das Naturwaldreservat ausgewiesen wird, das sie angekündigt haben. Für Denzler und den "Verein Nationalpark Steigerwald" ist klar, wo dieses Reservat eingerichtet werden sollte: in eben jenem Ebracher Klosterwald, der zu den urtümlichsten Buchenwäldern Deutschlands zählt.
     
  • Das sinnlose Fällen von Altbuchen im Steigerwald, FT, Leserbrief vom 5.11.19; Ist denn die Fällung von Altbäumen in einem Naturschutzgebiet so schlimm? Die Bayer. Staatsregierung wird nicht müde, bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass auch Naturschutz im intensiv genutzten Forst möglich ist. Und die Aussagen des Staatsforstbetriebes Ebrach in der Mainpost vom 7.10.2019, dass „die vitalsten Bäume stehen bleiben“, ist damit eine glatte Lüge. Die Eliminierung eines Naturschutzgebietes im Bayer. Staatswald ist ein Skandal ohne Gleichen.
     
  • Für ein UNESCO Welt-Naturerbe im Steigerwald, MP vom 14.11.19; An der Veranstaltung  des Vereins Nationalpark Steigerwald in der Gaststätte Klosterbräu in Ebrach nahmen über 100 Kommunalpolitiker, Kandidaten verschiedener Parteien und Freunde eines Waldschutzgebietes im Steigerwald teil, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Vorsitzende, Liebhard Löffler,  freute sich in seiner Begrüßung über das große Interesse, einen sichtbaren, solidarischen Schulterschluss der bestehenden Unesco-Welt-Kulturerbe-Städte Bamberg und Würzburg mit einem künftigen Welt-Naturerbe im Steigerwald zu erleben.... In ihren Grußworten sprachen  Max Dieter Schneider, Bürgermeister von Ebrach, Wolfgang Metzner, stellvertretender Bürgermeister von Bamberg, und Wolfgang Baumann, Würzburger Stadtrat, die gemeinsamen Interessen der  Unesco-Welt-Kulturerbe-Städte Bamberg und Würzburg und dem Umland an. ... Der frühere  Bamberger Landrat Günther Denzler schilderte seine Bemühungen, ein größeres Schutzgebiet im Steigerwald zu schaffen. Der „Hohe Buchene Wald“ vernetzte flächig zwei Naturwaldreservate bei Ebrach, die zu den wertvollsten in Deutschland gehören, um dadurch eine größere ökologische Wirkung zu entfalten.....Ulla Reck appellierte an die Politik, besonders an Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Wir freuen uns, dass im Steigerwald ein Naturwald-Schutzgebiet kommen wird. „Der „Hohe Buchene Wald“ muss als wertvollste Kernfläche unbedingt in dieser Schutzgebietsfläche enthalten sein, landkreisübergreifend ergänzt um den Stollberger Forst. Beim 10 Prozent-Naturwald-Ziel im Staatswald haben nutzungsfreie Großschutzgebiete in Steigerwald und Spessart absoluten Vorrang!“.. .In seinem anschließenden Vortrag stellte Michael Heger, Tourismusdirektor der Stadt Bamberg, die Bedeutung des Umlandes für den Tourismus der Welterbe-Stadt Bamberg vor. Der Unesco-Welt- Kulturerbe-Titel sei ein Glücksfall für Bamberg gewesen.
     
  • Naturwaldgebiet mit knapp 1000 Hektar an der Donau, Pressemitteilung LBV und GLUS, 6.11.19: Schritt der Staatsregierung in die richtige Richtung

Oktober 2019

  • Immer weniger Insekten, FT vom 31.10.19; 10 Jahre lang 150 Grünlandflächen und 140 Waldflächen untersucht...Auf Wiesen und in Wäldern in Deutschland sind deutlich weniger Insekten und andere Gliederfüßer unterwegs als noch vor einem Jahrzehnt. Das belegen neue Daten aus drei Regionen Deutschlands, die Forscher unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) ausgewertet haben.... Das Team um Sebastian Seibold vom Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TUM hatte zwischen 2008 und 2017 regelmäßig Insekten und andere Gliederfüßer wie Spinnentiere und Tausendfüßer an insgesamt 290 Standorten in drei Regionen Deutschlands gesammelt: auf der Schwäbischen Alb in Süddeutschland, im Hainich – einem bewaldeten Höhenrücken in Thüringen – sowie in der brandenburgischen Schorfheide. Insgesamt analysierten die Wissenschaftler Daten von mehr als einer Million Gliederfüßern, die zu mehr als 2700 Arten gehörten. Sowohl auf Wiesen als auch in Wäldern ging die Artenzahl, also die Vielfalt unter den untersuchten Tieren, im Untersuchungszeitraum um etwa ein Drittel zurück.... Auch deren Gesamtmasse nahm ab, besonders ausgeprägt in den Graslandschaften – um 67 Prozent. In den Wäldern schrumpfte sie um etwa 40 Prozent. ... Den 2017 im Fachmagazin „PLOS ONE“ vorgestellten Daten zufolge nahm die Gesamtmasse an Fluginsekten zwischen 1989 und 2016 um mehr als 75 Prozent ab.... Um den möglichen Ursachen auf die Spur zu kommen, stellten die Forscher einen Zusammenhang zur Landnutzungsintensität an den einzelnen Standorten her.... Auch die Waldflächen wurden in drei Kategorien von wenig bis stark bewirtschaftet unterteilt.. Insgesamt stellten die Wissenschaftler keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der regionalen Landnutzungsintensität fest. Allerdings war der Insektenschwund auf solchen Grasflächen besonders ausgeprägt, die von landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen umgeben waren... In den Wäldern schwanden demnach vor allem jene Arten, die weite Strecken zurücklegen. Die Gründe dafür seien noch unklar.
  • Insektensterben, BR vom 31.10.19
  • Pressemitteilung Technische Universität München (TUM)
     
  • Kranke Buchen werden aus dem Weltall identifiziert, MP vom 13.10.19; Mergner möchte aber durch wissenschaftliche Beobachtungen über mehrere Jahre erfahren, welche kranken Bäume sich revitalisieren und welche absterben. Möglicherweise spielt dabei auch die Baumgenetik eine Rolle... Schuldt hat an der Universität Würzburg den Lehrstuhl Botanik II (Ökophysiologie und Vegetationsökologie) inne. In der Abteilung Reiherstand betreut er das Forschungsprojekt "Beech Decline" (Buchenrückgang).... Schuldt und seine Mitarbeiter forschen auf 20 Flächen in Unter- und Oberfranken, auf denen Buchenbestände starke Schäden erlitten.... Mit an der wissenschaftlichen Arbeit beteiligt ist seit August auch die  Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. Die Forschungseinrichtung befliegt im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bayerische Wälder auf der Suche nach Baumschäden. Denn aus der Luft ist oft mehr zu sehen als auf Aufnahmen vom Boden.... Dazu kommen Infrarot-Aufnahmen aus dem Satelliten Sky-Sat, der in 700 Kilometern Höhe um die Erde kreist. Auf diesen Aufnahmen sind tote Kronen gut zu erkennen. Alle zwei Jahre werden bei dieser Fernerkundung von den gleichen Waldflächen Bilder gemacht. Auch die Satelliten-Bilder beweisen: In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Situation der Buchen deutlich verschlechtert... Die Bilder aus dem Weltall sollen den Forstleuten bei der Entscheidung helfen, welche Buchen sie auf keinen Fall nutzen und welche sie fällen sollten. Außerdem können sie Aufschlüsse geben, wie der Förster den Wald der Zukunft pflegen sollte. Gibt es waldbauliche Fehler? Aufgabe der Freisinger ist auch zu untersuchen, wo eventuell waldbauliche Fehler gemacht wurden, sagt Rudolf Seitz, Leiter der Abteilung Informationstechnologie bei der LWF. Dabei arbeitet die Landesanstalt mit dem Amt für Waldgenetik in Teisendorf zusammen.
     
  • Auf das sich die Balken biegen, FT vom 19.10.19, Kommentar Michael Wehner

September 2019

Deutschland verfehlt Waldschutzziele deutlich, Frontal 21 vom 3.9.19: Nur wenige Bundesländer erfüllen die Vorgabe der Biodiversitätsstrategie, auf fünf Prozent der Waldfläche eine natürliche Entwicklung zuzulassen. Das zeigt eine Frontal-21-Umfrage.  ZDF-Magazin Frontal21 deckt großen Nachholbedarf im Waldnaturschutz auf - Ankündigungen müssen Taten folgen – internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands im Naturschutz steht auf dem Spiel Profit statt Naturschutz, mit Beitrag zum Steigerwald ab ca. 3:30 min! https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wald-profit-statt-naturschutz-100.html

Pressemitteilung dazu von der Gregor Louisoder Umweltstiftung:Presseinfo 3.9.2019 (Zumeldung zu ZDF-Frontal21-Presseinfo vom  3.9.2019)

Forstbetrieb: Buche ist kein Baum der Zukunft, MP vom 2.9.19; Zu den Aussagen in der Pressemitteilung von Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald (online seit 21. August 2019) nimmt jetzt der staatliche Forstbetrieb Ebrach Stellung....

Dazu Prof. Ibisch, Interview Deutschlandfunk,24.7.19 "Wir sehen ganz deutlich, dass die Intensität der Bewirtschaftung eine Rolle spielt. Dort wo die Bestände aufgelichtet wurden, wo viel Biomasse entnommen wurde...sind die Wälder jetzt am stärksten gefährdet. ..."

August 2019

  • Vertreter von EuroNatur unterstützen Forderung nach Schutzgebiet im Steigerwald, Der Neue Wiesentbote vom 29.8.19 mit Foto

  • "Ein Baumsterben, kein Waldsterben", MP vom 27.8.19; Vertreter der Stiftung EuroNatur besuchten am Wochenende die Buchenwälder im Nordsteigerwald bei Ebrach. Professor Mario Broggi, Forstingenieur und Ökologe, begleitete die Gruppe, teilt der "Verein Nationalpark Steigerwald" in einer Presseerklärung mit.... Georg Sperber, ehemaliger staatlicher Forstamtsleiter von Ebrach, führte die Gäste in das seit einem halben Jahrhundert nutzungsfreie Naturwaldreservat „Waldhaus“. Die Teilnehmer seien beeindruckt gewesen von der hohen Qualität der alten Buchenwälder im Steigerwald, heißt es von Vereinsseite. "Sie unterstützen die Forderung der Verbände, in den Buchenwäldern im Nordsteigerwald umgehend ein großflächiges, nutzungsfreies Schutzgebiet auszuweisen." Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur, betonte, dass der Steigerwald mit einem ausreichenden Schutzgebiet bereits seit 2011 Teil des UNESCO Weltnaturerbes wäre.... Die aktuellen Dürreschäden waren ebenfalls Thema. Georg Sperber erinnerte an frühere Hitzerekordjahre in seiner Dienstzeit, wie 1976, als der Wald von Forstexperten vorschnell totgesagt wurde, sich aber mit Ausnahme einzelner Bäume immer wieder flächig erholte. Mario Broggi sieht die aktuelle Situation nicht als Waldsterben, sondern als „Baumsterben“ und ist sicher, die Natur helfe sich selbst und werde dadurch resistenter... Blinder Aktionismus mit Aufräumarbeiten und Anpflanzung neuer Bäume, teils ausländischer Baumarten, sei der absolut falsche Weg und behindere eher den Prozess. Bäume, die von Keimling an durch Naturverjüngung aufwachsen, würden einen wesentlich stabileren Wald bilden als angepflanzte.
  • Waldsterben 2.0 – Politik und Wissenschaft suchen nach Lösungen, ARD vom 27.08.19 | 07:22 Min. |Verfügbar bis 27.8.2020 : Zwei trockene und heiße Sommer bringen den deutschen Wald an seine Belastungsgrenze. Die Situation ist so dramatisch, dass in den ostdeutschen Wahlkämpfen nahezu täglich neue Vorschläge unterbreitet werden. Doch nicht einmal die Wissenschaft weiß derzeit, welche Baumsorten den Klimawandel überstehen könnten.

  • Forderung nach Taten für den klimakranken Wald, MP vom 21.8.19; Angesichts der landesweiten Dürreschäden unterstreichen Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald ihre Forderung nach einem nutzungsfreien Schutzgebiet im "Hohen Buchenen Wald" mit Erweiterung um den Stollberger Forst.... Das Freistellen von Buchen durch starke Durchforstung oder von Eichen, damit diese mehr Licht bekommen - wie es im Ebracher Forst jüngst auch in Teilen des aufgehobenen Schutzgebiets praktiziert wurde - wäre in Zeiten der Klimakrise  kontraproduktiv. Es trockne die Böden aus und setze die Bäume stark der Hitze aus. Gerade die Buche reagiere da empfindlich. Ein Blick in den Ebracher Forst zeigt, dass Buchenwälder bei intaktem Waldinnenklima Hitze und Trockenheit in der Regel besser überstehen.... Laut der Pressemitteilung ist der Nationalpark Hainich, der von Seiten der Nationalparkkritiker als Argument gegen den Nutzen von Schutzgebieten angeführt wird, erst 22 Jahre alt. Vor seiner Unterschutzstellung wurde er im sogenannten "Großschirmschlag" mit Freistellung einzelner älterer Bäume bewirtschaftet.... Der Forstbetrieb Ebrach könnte als "Klimalabor" für die Zukunft wichtige Erkenntnisse bringen, indem eine Hälfte weiter schonend bewirtschaftet und der Kohlenstoff bindende Holzvorrat durch Verringerung der Einschlagsmenge vergrößert und die andere Hälfte im Nationalpark der Natur überlassen wird. Anmerkung:  Die gewünscht Unterschrift wurde verändert, hier das Original: Unterschrift: Stark aufgelichtetes Kronendach durch forstliche Baumentnahmen am Handthaler Südhang: Einzelne leidende Buchen überragen den Waldbestand, das Waldinnenklima ist gestört. Starke Auflichtung zur  Förderung der Eiche führte bei zahlreichen Buchen im Forstbetrieb zu Sonnenbrand und Trockenschäden. Foto: Ulla Reck
  • BUND Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald fordern umgehend Taten für den klimakranken Wald, Pressemitteilung vom Freundeskreis Nationalpark Steigerwald vom 16.8.19; Angesichts der landesweiten Dürreschäden unterstreichen BUND Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald ihre Forderung nach einem nutzungsfreien Schutzgebiet im „Hohen Buchenen Wald“ mit Erweiterung um den Stollberger Forst. Die Buche ist in Europa heimisch und krisenerprobt, sie gilt im Klimawandel auf vielen Standorten - auch im Steigerwald - als Baumart der Zukunft. Die Bäume leiden klar erkennbar am stärksten auf trockenen Standorten, wie dem Handthaler Südhang. Verschärft wird dies aber durch forstliche Maßnahmen, die das Waldinnenklima stören. Forstwissenschaftler und Vorsitzender des BUND, Hubert Weiger, betont: „Naturwälder haben ein feuchteres, kühleres Waldinnenklima, weil die hohe Strukturvielfalt die Hitze abhält und das Kronendach nicht ständig durch Baumentnahmen aufgerissen wird. Sie können im Vergleich zu Wirtschaftswäldern größere Wassermengen speichern, weil keine tonnenschweren Forstmaschinen den Waldboden befahren, den Wasserspeicher verdichten und damit die Wasserspeicherfähigkeit reduzieren. Dies passiert im Wirtschaftswald der Bayerischen Staatsforsten auf ca. 15-20 Prozent  der Fläche. Im Wirtschaftswald fließt der Regen oft schnell aus dem Wald, weil er über bodenverdichtete Rückegassen und Gräben abgeleitet wird, die Hochwassergefahr steigt.“

  • Weg vom kurzfristigen Gewinn im Wald, MP vom 15.8.19; Angesichts der aktuellen Waldkrise macht sich eine Gruppe von Waldexperten, Forstpraktikern, Waldbesitzern, Verbändevertretern, die BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) mit den ihr angeschlossenen Bürgerinitiativen in einem offenen Brief an Bundesministerin Julia Klöckner für eine Abkehr von der konventionellen Forstwirtschaft stark. Die Unterzeichner, zu denen auch der Verein Nationalpark Steigerwald gehört, „fordern die staatliche Forstwirtschaft auf, anstelle teurem Aktionismus endlich eine sachkundige Fehleranalyse des eigenen Wirkens vorzunehmen und dabei alle Akteure mit einzubeziehen.
  • Leserforum: Unser Steigerwald liegt falsch, MP vom 15.8.19, Uwe Gratzky; Zum Thema "Auch im Nationalpark sterben die Buchen" vom 11.8. erreichte uns folgender Leserbrief. Der Steigerwald muss nicht umgebaut werden! Er ist ein funktionierender Naturwald und wird immer besser, je weniger die Staatsforsten die Fehler wie damals wiederholen als Laubwälder in Kiefer- und Fichtenwälder „umgebaut“ wurden!
  • Tricksereien mit Staatswaldflächen vermutet, MP vom 15.8.19; Der Steigerwald bietet nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion großartiges Potenzial für eine Verbindung von Naturschutz, Tourismus und in Teilbereichen auch Forstwirtschaft. Die Fraktion fordert schon seit langem eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Nationalpark Steigerwald. Am Dienstag wollten sich SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Arnold und SPD-Umweltexperte und Landtagsmitglied Florian von Brunn ein Bild machen vom Stand der Dinge vor Ort. "Wir wollen Diskussionsbeiträge liefern, die überzeugen", sagte Arnold bei einer Besprechung im Ebracher Rathaus. Florian von Brunn berief sich auf eine Aussage von Ministerpräsident Markus  Söder, der mehr Wald unter Schutz stellen will. Dabei seien aber nur die Donauauen ins Spiel gebracht worden. "Warum nicht der Steigerwald?", fragte von Brunn.... Ulla Reck vom Freundeskreis Nationalpark Steigerwald möchte ökologisch besonders wertvolle Flächen aus der Nutzung nehmen wie den Hohen Buchenen Wald mit einer Erweiterung Richtung Stollberg-Forst. Dieses Gebiet sei eines Weltnaturerbes für würdig befunden worden.... Liebhard Löffler, Vorsitzender des Nationalparkvereins, forderte Ministerpräsident Markus Söder auf, jetzt nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben. Söder folge einem gewissen Druck, der aus dem Volksbegehren entstanden sei, wolle jetzt schnell zu den Donauauen kommen und lasse Steigerwald und Spessart links liegen. Als Ziel gab er ein Weltnaturerbe Steigerwald mit einem kleineren Schutzgebiet aus, als es der Nationalpark mit 11 000 Hektar gewesen wäre.
  • Markus Söders bucklige Welt, FT vom 14.8.19; ... „Wir sind skeptisch, weil es die Staatsregierung oft bei vollmundigen Ankündigungen belässt“, begründet Arnold das Nein zur Versöhnung. „Die Regierung will sich mit diesem Feigenblatt durchwurschteln“, sagt Arnold und macht das am Beispiel Staatsforsten/Steigerwald fest. Zehn Prozent des Staatswaldes, so sieht es das Gesetz vor, sollen binnen weniger Jahre aus der Nutzung genommen werden. Das bedeutet: Auf 73 000 der 730 000 Hektar Staatswald schweigt die Motorsäge. Klingt gut, kann aber ebenso eine Luftnummer sein, meint Helmut Beran, der Geschäftsführer des Landesbundes für Vogelschutz. ..Denzler fordert deshalb wie der Ebracher Bürgermeister Max-Dieter Schneider ein großes Waldschutzgebiet im Steigerwald. Anmerkung: durch das Versöhnungsgesetz wurde im Art 12a im Waldgesetz folgender Satz eingefügt: „(2) 1 Bis zum Jahr 2023 wird im Staatswald ein grünes Netzwerk eingerichtet, das 10 Prozent des Staatswaldes umfasst und aus naturnahen Wäldern mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität besteht (Naturwaldflächen). 2 Abs. 1 Satz 3 gilt entsprechend.“ Der Steigerwald ist Bayerns bestes Laubwaldgebiet für ein UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder, ein naturnaher Wald mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität: Viele Arten der FFH-Anhangsliste  und bedrohte Arten der Roten Liste sind hier nachgewiesen. Ein Naturwald - Schutzgebiet muss hier ausgewiesen werden!
  • Steigerwald: Nationalpark unterzeichnet Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin, radio primaton, 13.8.19; In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner haben Waldexperten vor Aktionismus in der Waldkrise gewarnt. Sie fordern ein Ende von ‚Holzfabriken‘. Mitunterzeichner ist auch der Nationalpark Steigerwald. Die Unterzeichner fordern in ihrem Brief eine sachkundige Fehleranalyse, eine Abkehr von der Plantagenwirtschaft sowie „eine radikale Hinwendung zu einem Management, das den Wald als Ökosystem und nicht mehr länger als Holzfabrik behandelt“. Zudem kritisierten sie die Anfang August verabschiedete „Moritzburger Erklärung“ von fünf Forstministern der unionsgeführten Länder. Denn es handle sich aktuell um eine nicht nur vom Klimawandel getriebene Waldkrise, betonten die Autoren.
  • Naturwälder als großes Klima-Labor nutzen, MP vom 9.8.19; Die spannende Frage in diesem Zusammenhang lautet, was sagt der Bund Naturschutz in Bayern dazu, dass Schutzgebiete für den Umbau des Waldes eher hinderlich sind? Wir haben Dr. Ralf Straußberger, seines Zeichens, Wald- und Jagdreferent des Bund Naturschutz und zugleich Geschäftsführer des Freundeskreises Nationalpark Steigerwald um eine Stellungnahme gebeten.... Ralf Straußberger: „Wichtig ist uns dabei, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und die Waldwirtschaft an die Klimakrise anpasst. So kann man aus Naturwäldern auch lernen wie Wirtschaftswälder zu behandeln sind.“ Naturwälder haben ein feuchteres und kühleres Waldinnenklima, so der Mann vom BN. Sie könnten zudem mehr Wasser speichern, mehr Kohlenstoff im Boden und in den Bäumen fixieren und sie würden vor allem einen Lebensraum für Waldarten bieten, die im Wirtschaftswald nicht oder kaum vorkommen.....
  • "Fridays For Future"-Aktivisten für Nationalpark im Steigerwald, MP vom 8.8.19;... Tim-Luca Rosenheimer erklärte danach laut der Pressemitteilung: „Waldschutz ist Klimaschutz und Klimaschutz ist Waldschutz! Dies haben wir als Fridays For Future Bamberg eindrucksvoll gezeigt. Wir werden weiterhin lautstark für Klimaschutz einstehen, ob in Bamberg oder im Steigerwald!“. Lisa Badum wird schließlich mit den Worten zitiert: „Ich bin begeistert, dass so viele junge Leute sich auch in den Ferien auf in den Steigerwald gemacht haben, um ein Zeichen zu setzen. Wir können nicht international den Erhalt des Regenwalds in Brasilien fordern und bei uns vor der Haustüre Wälder selbst nur als Profitquelle betrachten. Lasst endlich die Säge ruhen – für einen Nationalpark Steigerwald!"
  • Steigerwald: geschützter, aber noch nicht geschützt genug, FT vom 8.8.19; ... Ebrach — Als „Etappenziel für den Steigerwald“ bezeichnet Landtagsabgeordnete Ursula Sowa (Bündnis90/Grüne) das Artenschutzgesetz. Auch wenn der Hohe Buchene Wald im Norden noch nicht als Schutzgebiet ausgewiesen werde, sieht Sowa das Areal durch das neue Gesetz „wesentlich besser geschützt als vorher“. „Jedenfalls dann“, so Sowa, „wenn die Regierung künftig im Sinne des Gesetzes handelt.“ Und hier will sie Ministerpräsident Söder beim Wort nehmen. Der hatte angekündigt, dass die Bayerischen Staatsforsten ihre Wälder künftig als Klimawälder verstehen, ihr oberstes Ziel also der Klimaschutz sei.... Wenn Söder die Waldwende ernsthaft betreibt, dann muss der nördliche Steigerwald mit seinen für den Klimaschutz wertvollen alten Buchenbeständen das erste Waldstück sein, das davon profitiert – das ist eine ganz einfache Logik“. Gleichwohl hält Sowa am Ziel fest, den nördlichen Steigerwald als nutzungsfreies Schutzgebiet auszuweisen.
  • Waldschutz: Ein Zeichen für einen Nationalpark im Steigerwald, nordbayern vom 6.8.19; Bamberger Fridays-For-Future-Aktivisten demonstrierten im Ebracher Forst;  "Waldschutz ist Klimaschutz und Klimaschutz ist Waldschutz" – nach diesem Motto haben am ersten Sommerferien-Sonntag, den 28. Juli 2018, rund 50 junge Klimaaktivisten, organisiert von der Bamberger Fridays-For-Future-Gruppe, für die Ausweisung eines Nationalparks im nördlichen Steigerwald demonstriert. Das Thema ist nicht neu und viel diskutiert.... Tim-Luca Rosenheimer von Fridays-For-Future Bamberg.: "Die Notwendigkeit von naturbelassenen Buchenwäldern lässt sich durch die abkühlende Wirkung, die gute Speicherung von CO2 im Boden und der deutlich stärkeren Resistenz gegen Schädlinge, Unwetter und Trockenheit rechtfertigen. Wir möchten mit unseren Aktionen, von denen es im Herbst noch einige mehr geben wird, Aufmerksamkeit für das Thema generieren und mehr Menschen für das Thema sensibilisieren". 
  • Klimawandel erreicht Steigerwald, FT vom 6.8.19; BAUMSTERBEN Der Forstbetrieb Ebrach hält aktives Handeln für erforderlich, um die Leistungsfähigkeit der Wälder zu sichern.
    Anmerkung: auch im Steigerwald leidet der Wald am stärksten dort, wo zu einer trockenen Hanglage forstliche Eingriffe hinzu kommen. Sobald die intakte Waldstruktur aufgebrochen ist durch  Baumentnahmen, setzt die Hitze den verbliebenen Bäumen stark zu und trocknet den Boden aus. Dies kann jeder aufmerksame Spaziergänger gut beobachten.
  • Den Wald durch seinen Schutz gegen die Klimakrise wappnen, MP vom 4.8.19; Anlässlich des Krisentreffens der Unionsminister zum Waldsterben und Ulrich Mergners jüngster Pressekonferenz zum Buchensterben im Steigerwald meldet sich jetzt Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Abgeordnete für Bamberg/Forchheim im Deutschen Bundestag mit einer Pressemitteilung zu Wort. Sie erklärt darin: „Nach einem weiteren Hitzesommer wird uns nun vor Augen geführt, was wir schon vor Jahren hätten erkennen müssen: Ein Waldökosystem, das auf schnelles Wachstum und Profit ausgerichtet ist, kann Extremwetter wie Hitze und Dürre nicht standhalten.“
    Anmerkung hierzu: wer aufmerksam durch den Ebracher Forst geht kann sehen, dass die Buchen an Stellen mit intakter Waldstruktur grün und vital sind. Sobald das kühle und feuchte Waldinnenklima natürlicher Buchenwälder durch Bewirtschaftung, wie „Freistellen von Eichen“ oder starke Durchforstung zerstört ist, leider die Bäume. Das Problem ist also zu einem großen Teil vom Forst „hausgemacht“: Das Waldinnenklima ist zerstört, der Wasserspeicher geschädigt, durch die starke Entnahme von Biomasse ist die Humusbildung vermindert uvw.... Im Handthal kommt zu starker Durchforstung noch die trockene Hanglage hinzu. Der Nationalpark Hainich wird oft als Argument angeführt, dass Schutzgebiete nichts bringen: er ist erst seit 22 Jahren Naturwald. Bis die Folgen der Bewirtschaftung durch die Natur korrigiert sind, dauert es Jahrhunderte, nicht Jahrzehnte!

Juli 2019

Großalarm im Wald: Nun läutet die Totenglocke auch für die Buche, MP vom 27.8.19 und auch vom 8.8.19; Der Klimawandel vor der Haustür: Die Bilder der Vorjahre und der Anblick des Waldes in der Waldabteilung „Banzerrangen“ in Handthal im Hintergrund reichen, damit Ebrachs Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner jedermann die Schäden an der Buche von der Terrasse des Steigerwald-Zentrums aus vor Augen führen kann.

Nicola Uhde, Waldreferentin BUND, zum klimawandelbedingten Waldsterben: "Die Situation ist dramatisch", Tagesschau vom 26.7.19; ca. 5 min

Waldsterben 2.0: Naturwälder können Weg aus der Krise zeigen, LBV vom 25.7.19; Vorsizender Norbert  Schäffer: „Das Ausmaß des derzeitigen Waldsterbens ist wirklich dramatisch. Wie unser Wald in Zukunft aussehen wird, ist kaum vorauszusehen. Wir bewegen uns zunehmend auf Neuland und Patentrezepte im Umgang mit dem neuen Waldsterben gibt es nicht“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. „Naturwäldern kommt in diesem Lern- und Entwicklungsprozess eine zentrale Rolle zu. Denn dort können ungestört Anpassungsprozesse ablaufen, die entscheidende Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Waldsterben liefern“, erklärt der Naturschützer weiter. Der LBV fordert deshalb mehr Großschutzgebiete für Laubwälder wie zum Beispiel im Steigerwald und Spessart einzurichten.... „Wir müssen in großen Waldschutzgebieten die natürlichen Anpassungsprozesse an den Klimawandel zulassen. Daraus können wir essenzielle Informationen gewinnen, nicht zuletzt für die Waldwirtschaft der Zukunft,“ beschreibt Schäffer die zentrale Idee des LBV zur Rettung des Waldes.

Naturforscher Pierre Ibisch über das Waldsterben „Uns sollte wirklich mulmig werden“, DLF vom 24.7.19; Einschlagsmoratorium bis Winter gefordert. Naturwälder als wichtige Forderung. Waldökosystem jetzt nicht mit massiven Pflanzmaßnahmen zusätzlich stressenca. 5 min

„Der Hitzestress trifft ein ohnehin geschwächtes Wald-Ökosystem“, Hubert Weiger im Gespräch mit Britta Fecke vom 24.7.19 

Fridays For Future Bamberg bricht Lanze für Nationalpark Steigerwald, FT vom 30.7.19; Ebrach — Am Sonntag ist Fridays For Future Bamberg in den nördlichen Steigerwald gefahren. Mit rund 60 Schülern und Studenten veranstalteten die Aktivisten einen zweistündigen Waldspaziergang. Damit wollten sie ein klares Zeichen für einen Nationalpark Steigerwald im Ebracher Forst setzen. Nach kurzen Grußworten von Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Liebhard Löffler, Vorsitzender des Vereins Nationalpark Steigerwald, sowie der Klimaaktivisten Tim-Luca Rosenheimer und Joshua Wolf begann der Waldspaziergang

Klimakrise führt zu neuem Waldsterben: flächendeckender Waldumbau von Nadelforsten hin zu Laubmischwäldern muss endlich vorrangig werden, Pressemitteilung BUND vom 24.7.19 mit Forderungen; Klimakrise führt zu neuem Waldsterben: flächendeckender Waldumbau von Nadelforsten hin zu Laubmischwäldern muss endlich vorrangig werden... Weiger weiter: „Um die gestressten Wälder besser gegen die Auswirkungen der Klimakrise zu schützen, müssen wir sie schonender behandeln. Wir müssen unsere Wälder endlich ökologisch verträglich bewirtschaften, sodass mehr Feuchtigkeit im Wald verbleibt und dieser sich selbst stabilisieren kann. Das bedeutet: weniger drastische Eingriffe für die Holzernte, ein Stopp der Entwässerung von Wäldern und die Vermeidung der Verdichtung von Waldböden durch Befahrung.“... Der BUND fordert auch, dass sich langfristig mindestens zehn Prozent der Wälder dauerhaft als Naturwälder, frei von forstlichen Eingriffen entwickeln dürfen. In diesen „Urwäldern von morgen“ würden nicht nur seltene Tiere, Pflanzen und Pilze besonders geschützt, sondern die Forschung könne hier wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wie sich der Wald in der Klimakrise selbst helfen kann.

Steigerwald: Geschützter, aber noch nicht geschützt genug, Der Neue Wiesentbote vom 24.7.19; MdL Sowa geht davon aus, dass Buchenwald vom neuen Artenschutzgesetz profitiert, auch wenn er noch nicht explizit zum Schutzgebiet erklärt wurde... „Jedenfalls dann“, so Sowa, „wenn die Regierung künftig im Sinne des Gesetzes handelt.“ Und hier will sie Ministerpräsident Söder beim Wort nehmen. Dieser hatte angekündigt, dass die Bayerischen Staatsforsten ihre Wälder künftig als Klimawälder verstehen, ihr oberstes Ziel also Klimaschutz und nicht Profit sei. Auf 30 Millionen Euro Überschuss, die bisher jährlich an den Staatshaushalt abgeführt werden, will Söder verzichten... Wenn Söder die Waldwende ernsthaft betreibt, dann muss der nördliche Steigerwald mit seinen für den Klimaschutz wertvollen alten Buchenbeständen das erste Waldstück sein, das davon profitiert – das ist eine ganz einfache Logik.“

Rauhenebrach: Wald vor Trockenheit und Hitze schützen, MP vom 23.7.19;„Dabei sollten die Umweltverbände eigentlich wissen, dass ein Antrag auf ein Weltnaturerbe in Deutschland auf lange Sicht nicht mehr möglich ist, da die Aufnahmeliste seit längerer Zeit geschlossen ist“, schreibt der Verein „Unser Steigerwald“. Der Verein, der sich gegen einen Nationalpark oder ein Großschutzgebiet im Steigerwald ausspricht, weiter: Die Verfasser der Mitteilung würden sich nicht scheuen, mit falschen Behauptungen die Sachlage völlig zu verdrehen. ...Dass mit Ralf Straußberger ein Waldreferent des Bund Naturschutz in Bayern dabei mitspiele, werfe wieder einmal ein beschämendes Licht auf den BN und seine angegliederten Verbände. Es gehe in keiner Weise um sachliche Diskussion, sondern nur um „billige Propaganda“, die von den Menschen im Steigerwald aber durchschaut werde, heißt es weiter bei „Unser Steigerwald“....

Wo sitzen die "verblendeten Idealisten" wirklich?, MP vom 19.7.19; Der Vorwurf von Herrn Eck vor der CSU-Ortsgruppe, die Anderen wären „Verblendete Idealisten“ , diffamiert leichtfertig eine große Gruppe von besorgten und andersdenkenden bayerischen Bürgern.... Ich werde versuchen seine Vorwürfe als gemeine Vorurteile zu entlarven, nicht um Herrn Eck zu ärgern, sondern ihm und den Lesern seine Sicht der Dinge vor Augen zu führen, für ein besseres Verständnis.... Wenn in unseren Wäldern 30 Prozent des Holzbedarfes von Deutschland nicht wächst, dann müssen wir die gegenwärtigen Holzströme besser justieren, damit wir das benötigte Holz im Land behalten und nicht nach Österreich oder gar China billig verkauft wird. Das hätte eine Machbarkeitsstudie längst erledigen können, was aber nicht von Idealisten sondern von den selbsternannten Realisten bis auf den heutigen Tag verweigert wird. Warum – das kann sich mancher denken.... Die „saubere Forstwirtschaft“ der selbsternannten Realisten hat uns in Franken und anderswo einen Forst beschert, mit durch Harvester verdichteten Böden, der nun durch den Klimawandel auf großer Fläche dahinstirbt.

Werden weiter dicke Buchen gefällt?, FT vom 19.7.19; STEIGERWALD Was bedeutet das vom Landtag verabschiedete Artenschutzgesetz für die wertvollen Laubbaumbestände des Hohen Buchenen Walds bei Ebrach? Darüber gehen die Meinungen sogar bei jenen Abgeordneten auseinander, die im Schulterschluss dafür gestimmt haben.... „Als Franke sehe ich es als schwere Benachteiligung, wenn die Donauauen bei Ingolstadt zu einem Großschutzgebiet erklärt werden und der Steigerwald leer ausgeht“, erklärt Liebhard Löffler vom Verein Nationalpark Steigerwald.  Hört man Löffler, der für die FDP im Bamberger Kreistag sitzt, wird das seine Mitstreiter aber kaum bremsen: „Wir fordern weiter ein Schutzgebiet von 1200 Hektar. Damit hätte die Region Chancen, den Titel Weltnaturerbe der Menschheit zu erhalten. Das wäre aus unserer Sicht eine Befriedung.“...

Offener Brief der Verbände an alle örtlichen Mitglieder des Bayerischen Landtags, 15.7.19; der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und der Verein Nationalpark Steigerwald begrüßen die Ankündigung von Ministerpräsident Söder, dass der Staatswald ökologischer ausgerichtet werden soll. Ziel muss es sein, dass bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) das Gemeinwohl Vorrang erhält vor dem Streben nach Gewinnen.... Die Verbände sind erfreut, dass als Ergebnis des „Volksbegehrens Artenvielfalt“ nach der Ankündigung eines Großschutzgebietes in den Donauauen in weiteren wertvollen Waldgebieten Bayerns neue große zusammenhängende Naturwaldflächen entstehen sollen. Ein großes nutzungsfreies Schutzgebiet im Steigerwald hat aus fachlicher Sicht höchste Priorität. Gefordert wird die Fläche des aufgehobenen Schutzgebiets "Hoher Buchener Wald" mit landreisübergreifender Erweiterung um den Stollberger Forst... fileadmin/pro-nationalpark-steigerwald/download/Presse/Presse_2019/GLB_und_Stollberger_Forst_Karte_grob_150719.jpgKarte

Knapp 1.200 Hektar großes Schutzgebiet im Steigerwald gefordert, BR 24, 16.7.19; Ein Beitrag von: Norbert Steiche

Naturschützer fordern 1.200 Hektar Schutzgebiet im Steigerwald, BR vom 16.7.19; Markus Söder will, dass der Staatswald ökologischer wird. In einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten schlagen nun zwei Initiativen aus dem Steigerwald vor: Der Freistaat soll 1.200 Hektar Wald als Schutzgebiet ausweisen. Mit einem offenen Brief haben sich der "Freundeskreis Nationalpark Steigerwald" und der "Verein Nationalpark Steigerwald" an Ministerpräsident Söder gewandt. Die Unterzeichner des offenen Briefes schlagen vor, zwei Gebiete im Steigerwald als nutzungsfreies Schutzgebiet auszuweisen. Das wäre notwendig, damit sich der Steigerwald um den ersten Weltnaturerbe-Titel Bayerns bewerben kann.... Konkret fordern die Naturschützer ein Schutzgebiet, das sich über den "Hohe Buchener Wald" bei Ebrach (Landkreis Bamberg) und den "Stollberger Forst" bei Oberschwarzach (Landkreis Schweinfurt) erstreckt. "Dies wäre auch ein wertvolles Signal zur Befriedung der Region," heißt es in dem offenen Brief. Beide Waldstücke haben zusammen eine Fläche von etwa 1.200 Hektar..

Helfen die Bienen dem Hohen Buchenen Wald, MP vom 16.7.19; Gemeinsam haben sich der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, der Nationalparkverein und der LBV an die hiesigen Landtagsabgeordneten gewandt. Es geht um den "Buchenen Wald"...Der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und der Verein Nationalpark Steigerwald begrüßen in dem Zusammenhang die Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder, dass der Staatswald ökologischer ausgerichtet werden soll. Ziel müsse es sein, dass bei den Bayerischen Staatsforsten das Gemeinwohl Vorrang erhält vor dem Streben nach Gewinnen, heißt es dazu in dem Brief. Die Verbände seien erfreut, dass als Ergebnis des „Volksbegehrens Artenvielfalt“ nach der Ankündigung eines Großschutzgebietes in den Donauauen in weiteren wertvollen Waldgebieten Bayerns neue große zusammenhängende Naturwaldflächen entstehen sollen. Ein großes nutzungsfreies Schutzgebiet im Steigerwald hätte in den Augen der Verfasser des Briefes aus fachlicher Sicht höchste Priorität... Die Buchenwälder im Nordsteigerwald sind dem Schreiben zufolge Bayerns Aushängeschild für ein Weltnaturerbe Buchenwälder in Europa.

Verbände fordern Schutzgebiet bei Ebrach, FT vom 17.7.19; Ebrach — Bund Naturschutz Bayern, Landesbund für Vogel-schutz und der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald fordern den Landtag auf, in der anstehenden Entscheidung über die Konsequenzen aus dem Artenvielfalt-Volksbegehren auch den „Hohen Buchenen Wald“ als Schutzgebiet auszuweisen.

Söder: Millionen Bäume pflanzen, FT vom 11.7.19; München — Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will aus Gründen des Klimaschutzes eine radikale Wende bei der Bewirtschaftung des Staatswalds: „Unser Staatswald soll zum Klimawald werden“, kündigte er am Mittwoch in München an. Anstatt wie bisher mit den staatlichen Wäldern einen Gewinn für den Staatshaushalt zu erwirtschaften, sollen die Bayerischen Staatsforsten künftig ökologische Ziele bei der Waldpflege in den Mittelpunkt stellen: „Statt am Wald zu verdienen, müssen wir ihn klimafest umbauen“, erklärte Söder.... Größere neue Schutzgebiete oder gar einen Nationalpark will Söder zur Bewahrung der Wälder allerdings nicht schaffen: „Ein Nationalpark könnte die Lage beim Klima-Waldumbau sogar verschlechtern“, warnte er. Denn dort könnten auf Hitze oder Trockenheit empfindlich reagierende Baumarten wie etwa die Fichte nicht mehr durch widerstandsfähigere Sorten ersetzt werden. Denkbar sei allerdings, auf Basis des im Steigerwald entwickelten Trittstein-Konzeptes weitere Flächen im Staatswald stillzulegen, kündigte Söder an: „Wir müssen wilde und sehr alte Wälder besonders schützen.“

BN begrüßt Kurswechsel für Staatswald-Gemeinwohl muss Vorrang bekommen, Pressemitteilung BN vom 11.7.19; Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt den von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Kurswechsel für den Staatswald, der ökologischer ausgerichtet werden soll. „Wir haben immer betont, dass die Hauptaufgabe für die Staatswälder darin liegen muss, vorrangig dem Gemeinwohl zu dienen, d.h. dem Klimaschutz für die Städte, dem Schutz vor Lawinen und Hochwasser im Gebirge oder dem Natur- und Artenschutz“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. Die Klimakrise macht eine Neuausrichtung der Bayerischen Staatsforsten notwendig, wofür der BN bereits viele Maßnahmen vorgeschlagen hat. Dazu gehören eine naturverträglichere Waldnutzung, eine waldverträgliche Jagdpolitik und mehr Naturwälder inklusive eines Nationalparks mit erster Priorität im Steigerwald. Mehr naturnahe Wälder mit vielen alten Bäume und intakten Waldböden sind bessere Kohlenstoffspeicher.

„Waldsterben 2.0 durch Klimakrise“,  Pressemitteilung des BUND Naturschutz (BN) Wald vom 5.7.19; BN fordert: Politik muss Klima jetzt schützen: Im Rahmen einer Pressekonferenz verdeutlicht der BUND Naturschutz in Bayern (BN) die dramatischen Ausmaße, die das Sterben von Bäumen und teileweise ganzer Wälder in verschiedenen Waldgebieten Bayerns angenommen hat. „Wir stehen vor einem Waldsterben 2.0, das durch die Klimakrise verursacht wird“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. „Verantwortlich dafür machen wir die Politik, weil sie über Jahre hinweg versäumt hat, wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz des Klimas – und damit auch zum Schutz der Wälder – auf den Weg zu bringen. Um die Klimakrise und das Waldsterben 2.0 zu stoppen, braucht es eine ähnliche Kraftanstrengung wie beim Waldsterben in den 80er Jahren. Damals ist es der Regierung Kohl 1983 gelungen mit der Großfeuerungsanlagen-Verordnung die Luftschadstoffe, v.a. das Schwefeldioxid um über 80 % zu reduzieren und dadurch das Waldsterben zu stoppen. „Wir brauchen sofort politische Entscheidungen zum Schutz des Klimas, auch auf globaler Ebene,“ fordert Mergner. „Wir fordern die Politiker auf Landes-, Bundes- und Europaebene auf, hier mit gutem Beispiel voranzugehen und umgehend wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen.“ Die Schäden für Gesellschaft und Waldbesitzer durch die Klimakrise sind heute schon enorm. „Die Folgekosten für ein weiteres Aussitzen der Klimakrise durch die Politik wären deutlich höher als die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen“, so Mergner.

Juni 2019

  • Erster Waldspaziergang für den Steigerwald, Mainpost vom 5.7.19; Auf Initiative und Einladung von Lisa Badum, Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Bamberg, und des Vereins Nationalpark Steigerwald versammelten sich jetzt am Sonntag Spaziergängerinnen und Spaziergänger aus Ober- und Unterfranken bei Ebrach, um gemeinsam ein friedliches Zeichen für einen Nationalpark Steigerwald zu setzen. Mit den Teilnehmern solidarisierte sich der Pressemitteilung zufolge auch der ehemalige Förster Georg Sperber, der die Gruppe neben dem Waldbaden spontan mit seinem umfassenden Wissen zum Steigerwald unterhielt.
  • Waldschutz ist Klimaschutz – Erkenntnisse der Bundesregierung jetzt in Bayern umsetzen!- Pressestatement Lisa Badum, Der Neue Wiesentbote vom 15.6.19;Die Bundesregierung bestätigt schwarz auf weiß, dass unsere Wälder schon heute massiv unter der Klimakrise leiden. Sturmschäden, Hitzetage und Waldbrandgefahr nehmen deutlich zu. Auch die Gegenmittel sind der Bundesregierung bestens bekannt: Vielfältige und naturnahe Mischwälder können Klimaveränderungen besser trotzen als naturferne Reinbestände. Buchen und andere Laubbäume sorgen für ein besseres und kühleres Klima im Wald und können helfen, die Waldbrandgefahr zu senken. Bayern muss diese eindeutigen Erkenntnisse jetzt endlich umsetzen, statt sich den Waldschutz schönzurechnen. Die Staatsforsten müssen sofort 10% der gesamten Waldfläche Bayerns aus der forstwirtschaftlichen Nutzung nehmen, um eine naturnahe Entwicklung zu fördern. Und die Staatsregierung muss den Steigerwald mit seinem uralten Buchenbestand endlich als Nationalpark ausweisen, statt ihn weiter abzuholzen. Denn als Laubwald ist er prädestiniert für den Kampf gegen die Klimakrise. Ministerpräsident Söder hat jetzt die Chance, echten Klimaschutz umzusetzen, statt nur darüber zu schwadronieren!“
  • Weilersbachtal: Justiz lässt Mergner unbehelligt, MP vom 14.6.19; Der Eingriff im Frühjahr 2018 mit schwerem Gerät in das im Dreieck zwischen Fabrikschleichach, Neuhausen und Obersteinbach gelegene Naturschutzgebiet Weilersbachtal hat keine strafrechtlichen Folgen und Konsequenzen für den Forstbetrieb Ebrach. Dem verantwortlichen Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner bleibt somit ein juristisches Nachspiel erspart. Das hat jetzt die Staatsanwaltschaft in Schweinfurt entschieden. Sie hat das Ermittlungsverfahren gegen Mergner wegen Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete mit Datum vom 15. Mai 2019 eingestellt. Strafanzeige hatte der Verein Nationalpark Steigerwald gestellt.

Mai 2019

  • Lasst wilde Wälder wachsen!, Focus Magazin vom 26.5.19:  Eine Million Arten vom Aussterben bedroht: Gleichzeitig warnt der Weltbiodiversitätsrat: Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht, wir befinden uns im sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte. In Deutschland hat die Anzahl der Insekten nach Studien von Naturschutzverbänden innerhalb weniger Jahrzehnte selbst in Schutzgebieten um mehr als 70 Prozent abgenommen. Sie fehlen auch als Nahrung für zahlreiche Vögel. Wälder bedecken gut ein Drittel Deutschlands und könnten letzte Refugien der Natur sein. Zu 80 Prozent sind sie jedoch naturferne, künstlich begründete, stark gestaltete und wenig widerstandsfähige Forste. Es sind im Wesentlichen diese labilen Kunstprodukte, die mit teurem Forstschutz in ihrer Künstlichkeit erhalten werden.....

  • Nationalpark Steigerwald e.V. : Offener Brief an Ministerpräsident Söder, Der Neue Wiesentbote vom 21.5.19; ; Sehr geehrter Herr Dr. Markus Söder, was sich hier Bayern leisten wird, ist einmalig.... Danke, dass Sie auch daran gedacht haben und 10 Prozent der Staatsforsten aus der Nutzung nehmen werden. Vielleicht schaffen Sie auch hier die lang ersehnte Versöhnung. Der unselige Streit um den Hohen Buchener Wald mit seinen uralten Buchen zermürbt die Bürger immer noch. Die meisten Bayern könnten Sie hier hinter sich scharen, wenn sie dort, wie von Naturschutzorganisationen unisono vorgeschlagen, eine große Schutzzone einrichten könnten.https://www.wiesentbote.de/2019/05/21/nationalpark-steigerwald-e-v-offener-brief-an-ministerpraesident-soeder/

  • Kann Holznutzung aktiver Klimaschutz sein?, MP vom 9.5.19; Holznutzung ist aktiver Klimaschutz – unter diesem Motto haben sich Anfang Mai 2019 zahlreiche Vertreter von Sägewerken im Steigerwald getroffen, um die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ zu gründen, teilt der Verein „Unser Steigerwald“ mit.... Damit wenden sich die Betriebe auch gegen etwaige großflächige Waldstilllegungen im Steigerwald, die verheerende wirtschaftliche Folgen hätten: Über 70 regionale Sägewerke werden aus dem Steigerwald mit Holz versorgt, heißt es weiter. Über die gesamte Wertschöpfungskette hängen daran über 3000 Arbeitsplätze überwiegend im ländlichen Raum.
  • Schweigt die Säge im Steigerwald?, FT vom 9.5.19; ARTENVIELFALT Der Landtag hat am Mittwoch ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die Natur im Freistaat besser geschützt werden soll. Dazu gehört die Stilllegung von 75 500 Hektar Staatswald.... Allen voran die geplanten Änderungen im Waldgesetz: Der Freistaat soll sich verpflichten, „auf zehn Prozent der Staatswaldflächen ein grünes Netzwerk einzurichten, das aus Wäldern mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität besteht“, heißt es da wörtlich. Auf diesen Flächen, für die die neue Kategorie „Naturwald“ geschaffen wird, schweigt die Säge.... Eine Stilllegung von zehn Prozent würde bedeuten, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre 77 500 Hektar Wald nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen. Zum Vergleich: Die Waldfläche der Staatsforsten im Steigerwald ist 17 000 Hektar groß.... Da ist von ökologisch besonders hochwertigen Gebieten die Rede und nicht von einem Fleckerlteppich, sondern von großen Öko-Zonen....„Das zielt ganz klar auf den Steigerwald und auf die Schaffung eines Nationalparks dort, und nicht nur dort“, sagte am Rande der Sitzung Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Für den Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) aus dem Landkreis Schweinfurt hingegen „ist da noch gar nichts entschieden“. Man stehe ganz am Anfang des Prozesses. „Wir müssen erst mal nach geeigneten Flächen suchen und die sorgfältig prüfen.“
  • Mehr nutzungsfreier Wald im Steigerwald?, FT vom 8.5.19; Jahrelang lieferten sich Naturschützer und Forstleute einen ebenso erbitterten wie ergebnislosen Kampf um den so genannten Hohen Buchenen Wald bei Ebrach – nun scheint durch das Volksbegehren zur Artenvielfalt wieder Bewegung in die Fronten zu kommen. Der 700 Hektar große Laubholzbestand mit hohem Anteil an Starkbuchen könnte eines jener Gebiete werden, in denen der Freistaat zur Förderung die Artenvielfalt „tausende von Hektar“ zusätzlich aus der Nutzung nimmt.
  • Naturschutz ernst nehmen, MP vom 3.5.19; Immer mehr Menschen stellen fest, dass es in Sachen Natur an allen Ecken brennt: In der Flur wird ein dramatischer Rückgang der Insekten und Vögel deutlich. Im Staatswald im Steigerwald werden hunderte mächtige Starkbuchen gefällt, obwohl nicht klar ist, ob die nachwachsenden Keimlinge dem Wetter der Zukunft gewachsen sind. Das Klima verändert sich und macht mit seinen Extremen nicht nur den Landwirten, sondern auch den Naturschützern Sorgen. „ Wir haben deshalb die diesjährige Jahreshauptversammlung der BN Ortsgruppe Volkach unter das Motto „Naturschutz – unsere Chance“ gestellt, betonte der Vorsitzende Willi Freibott... Der Vorsitzender des Vereins Nationalpark Steigerwald Liebhard  Löffler dankte für die Einladung und stimmte zu, dass ein konsequenter Naturschutz Chancen biete.

April 2019

Ausflüge ohne Auto, FT vom 29.4.19; FREIZEIT Der VGN bietet ab 1. Mai mit zwei speziellen Buslinien wieder die Möglichkeit, zahlreiche Ziele im Steigerwald und in der Fränkischen Schweiz zu erreichen.

Der abrupte Stopp vorm Umkehrbaum, MP vom 24.4.19; Beinahe wäre der vom Verein Nationalpark Steigerwald in Untersteinbach aufgestellte "Umkehrbaum" zu Kleinholz geworden. Ein von der Straße abgekommenes Auto kam am Karfreitag gerade noch rechtzeitig davor mit Totalschaden auf dem Wiesengrundstück zum Stehen.

Nationalparkverein stellt richtig, Pressemitteilung des Vereins Nationalpark Steigerwald e. V., Der Neue Wiesentbote vom 15.4.19: Vor dem Hintergrund, dass der Staatsforstbetrieb Ebrach in verschiedenen Bereichen des Staatswaldes im Steigerwald intensiv alte Buchen im Alter von 120- 160 Jahren fällt, traf sich der Vorstand des Vereins Nationalpark Steigerwald zu einer Dringlichkeitssitzung. Der 1. Vorsitzende Dr. Liebhard Löffler brachte es auf den Punkt: „Zuerst wurden im Hohen Buchenen Wald Starkbuchen gefällt, dann im Staatswald Stollberger Forst, sowie um Fabrikschleichach und nun im Staatswald Geiersberg bei Fatschenbrunn.“ Gerade an den Orten, die noch eine relativ hohe Dichte an Starkbuchen aufgewiesen haben, weil frühere Förstergenerationen achtsam waren, würden jetzt die Staatswälder stark aufgelichtet. „Statt nach der Zukunft des Wirtschafts-Holzes zu fragen, wie es die Waldschutzgegner in der Presse getan haben, sollten wir uns in Zeiten des Klimawandels lieber die Frage stellen, was wir für einen intakten Naturwald tun können“, betonte Löffler

Kämpfen Sie weiter für ihren Nationalpark!“, MP vom 11.4.19; Die zwölfte Busfahrt des Bund Naturschutzes (BN), die in die Welterberegion Wartburg-Hainich führte, war schnell ausgebucht. Zusätzlich zum Weltnaturerbe im Nationalpark Hainich stand dieses Jahr erstmals die Wartburg als Weltkulturerbe mit auf dem Programm..... Nationalparkleiter Manfred Großmann plädierte bei seiner Waldführung eindrücklich dafür, alte Bäume im Nordsteigerwald nicht abzusägen, da es sehr lange dauere, bis sie nachgewachsen seien und ein alter Wald entstehe. So stünden im Karpaten-Urwald Uholka 18 dicke Bäume pro Hektar mit einem Brusthöhendurchmesser über 80 Zentimeter, im 20-jährigen Nationalpark Hainich dagegen erst einer. Dürften die dicken Buchen im aufgehobenen Schutzgebiet im Steigerwald ungestört weiter wachsen, würde hier in schon zwei Jahren ebenfalls einer pro Hektar stehen, heißt es in der Mitteilung.... Im Nationalpark-Partnerbetrieb Eisenacher Hof diskutierten die Steigerwälder bei Kaffee und Kuchen mit der Kommunalpolitikerin Karola Hunstock. Die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal und das Vorstandsmitglied der Welterberegion Wartburg Hainich e. V. sieht den Nationalpark als echte Erfolgsgeschichte. Hunstocks Rat: „Kämpfen Sie weiter für ihren Nationalpark!“

Der Wert der wilden Buchenwälder, MP vom 11.4.19; ... Obwohl im Zentrum der hartumkämpften Auseinandersetzung um einen Buchen-Nationalpark im Steigerwald gelegen, handelt es sich um keine „Kampfausstellung“. Und doch ist sie ein klarer Fingerzeig in Richtung Artenvielfalt in naturnahen Buchenwäldern. Die Kernbotschaft könnte lauten: Wir brauchen in bestimmten Umfang wilde, sprich ungenutzte Buchenwälder, wenn wir die komplette Vielfalt an Tier-, Pflanzen-, Moos- und Pilzarten haben wollen....

Welterbe nicht absägen, sondern bewahren! Erfolgsrezept „Welterberegion Wartburg-Hainich“ Rat von Kommunalpolitikerin an Steigerwälder Gäste bei BN-Busfahrt: „Kämpfen Sie weiter für Ihren Nationalpark“, Pressemitteilung BN vom 10.4.19; Die 12. Busfahrt des BUND Naturschutzes (BN), die am Sonntag in die „Welterberegion Wartburg-Hainich“ führte, war schnell ausgebucht. Zusätzlich zum Weltnaturerbe im Nationalpark Hainich stand dieses Jahr erstmals die Wartburg als Weltkulturerbe mit auf dem Programm. Nationalparkleiter Manfred Großmann plädierte bei seiner Waldführung eindrücklich dafür, alte Bäume im Nordsteigerwald nicht abzusägen, da es sehr lange dauert, bis sie nachgewachsen sind und ein alter Wald entsteht. So stehen im Karpaten-Urwald Uholka 18 dicke Bäume pro Hektar mit einem Brusthöhendurchmesser über 80 cm, im 20 jährigen Nationalpark Hainich erst einer. ... Hunstocks Rat: „Kämpfen Sie weiter für Ihren Nationalpark!“ Im Hinblick auf das „Volksbegehren Artenvielfalt“ stellte BUND Vorsitzender Hubert Weiger klar, dass sich die Biologische Vielfalt des Waldes nur in großen nutzungsfreien Schutzgebieten vollständig und ungestört erhalten kann. „Wir halten den Steigerwald in Bayern für die am besten geeignete Fläche und setzen uns weiter für seinen Schutz als Nationalpark ein.“

Ausstellung „Wilde Buchenwälder“ in Ebrach beendet Winterschlaf, FT vom 9.4.19; Ebrach — Der Frühling kehrt in die Wälder des Steigerwalds zurück und mit ihm öffnet auch die Ausstellung „Wilde Buchenwälder“ in der Tourist-Info in Ebrach am Sonntag, 14. April, wieder ihre Pforten – rechtzeitig zum Ebracher Ostermarkt und zur neuen Besuchersaison.

März 2019

  • Pressemitteilung des Freundeskreises Nationalpark Steigerwald zum Tag des Waldes, 20.3.19; Freundeskreis Nationalpark Steigerwald zum Tag des Waldes - Nur Naturwälder schützen vollständige Artenvielfalt ; Nach dem sehr erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist das Thema Artenvielfalt neu auf die politische Tagesordnung gerückt. Zum internationalen Tag des Waldes weist der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald auf die zentrale Bedeutung von Naturwaldbereichen für den Schutz der Artenvielfalt hin. „Nur ausreichend große Naturwälder, in denen dauerhaft keine Holznutzung stattfindet, können die waldtypische Artenvielfalt vollständig erhalten“, so Ralf Straußberger, Geschäftsführer Freundeskreis Nationalpark Steigerwald.
  • Steigerwald etwas Einzigartiges, FT vom 12.3.19; UMWELTPOLITIK Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) sprach und diskutierte in der Haßfurter Stadthalle über den Klimawandel und plädierte dafür, den Nationalpark Steigerwald zu verwirklichen.
  • Im Einsatz für einen Schatz der Region, Mainpost vom 8.3.19; Die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Wahlkreis Bamberg/Forchheim diskutierte mit rund 45 Interessierten im kleinen Saal der Stadthalle Haßfurt über Klimaschutz und insbesondere über den Steigerwald.... „Das Ziel muss sein, dass der Steigerwald erhalten bleibt“, betonte die Oberfränkin, die seit 2017 über die Liste im Bundestag vertreten ist. „Der Steigerwald ist der Schatz dieser Region“, führte Badum aus.... Rund 7600 solcher Buchen stünden im Ebracher Forst und in der Gefahr, von den Bayerischen Staatsforsten gefällt zu werden. Wie viele Buchen tatsächlich gefährdet sind und ob nicht die Abholzung einzelner Buchen auch sinnvoll sein könnte, ließ Badum offen. Diesbezüglich laufe eine Anfrage der Grünen im Landtag. Für sie stehe fest, dass keine einzige dieser besonders alten und dicken Buchen abgeholzt werden darf. „Wir haben nicht das Recht, diese Bäume umzuhauen.“

Februar 2019

  • Lisa Badum: Staatsforsten haben kein Recht auf Profit, MP vom 5.2.19; Der Antrag mit dem Titel „Skandal im Steigerwald beenden – Bayerische Wälder vor der Staatsregierung schützen" fordert die Staatsregierung dazu auf, einen Prozess für einen dritten Nationalpark anzustoßen sowie endlich zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der Nutzung zu nehmen. Das sei die Grundlage, um die internationale Verpflichtung einzuhalten und echten Natur- und Klimaschutz zu verfolgen. Der Antrag wurde ohne Gegenrede angenommen. Dazu wird Lisa Badum in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Versprechen der CSU im Natur- und Klimaschutz klingen in unseren Ohren wie leerer Hohn. Denn dort, wo die Staatsregierung handeln und konkret ihre Ziele verwirklichen könnte, stellt sie wertvolle Naturschätze nicht unter Schutz, sondern holzt hinterrücks wertvolle Bestände ab.“
  • Lisa Badum (Grüne) reicht Antrag auf Schutz des Steigerwaldes ein, FT vom 4.2.19; Ebrach/Bad Windsheim — Bei der Landeskonferenz der Grünen am Wochenende in Bad Windsheim brachte Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete der Grünen für Bamberg und Forchheim, einen Antrag zum Schutz des Steigerwalds ein. Darin fordert sie die Staatsregierung auf, einen Prozess für einen dritten Nationalpark anzustoßen und zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der Nutzung zu nehmen. Der Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen. ... An vielen Orten, wie im Spessart, im Kemper, im Jura oder in den Alpen gäbe es noch großes Potenzial für Naturwälder. „Doch besonders im Steigerwald muss die Staatsregierung endlich ihren Aktionsplan, einen Nationalpark durch vorzeitige Fällungen zu vernichten, stoppen. Wir fordern die sofortige Unterschutzstellung des ehemaligen Geschützen Landschaftsbestandteils Hoher Buchener Wald, sowie der angrenzenden unterfränkischen Gebiete bei Handthal, Oberschwarzach und Gerolzhofen“, sagte Badum. Die Voraussetzungen dürften nicht zerstört werden, bevor es einen Prozess über einen dritten Nationalpark geben wird. „Naturschätze wie im Steigerwald lassen sich nicht mit Geld aufwiegen.“

 

Januar 2019

  • Welche Geheimnisse die Bäume hüten, MP vom 25.1.19; ...Eine besondere Beziehung zu unserer Region hat Peter Wohlleben in zweifacher Hinsicht. Zum einen hatte seiner Urgroßmutter vor langer Zeit einmal das Hotel „Goldener Stern“ in Königsberg gehört. Zum anderen steht er als Ehrenmitglied dem Verein „Nationalpark Steigerwald“ sehr nahe. „Die Buchenwälder des Steigerwaldes gehören zu meinen Lieblingswäldern“, sagte der Förster.

  • "Apfelbäume können warme Tage über 20 Grad zählen", InFranken vom 25.1.19: Der bekannte Förster und Autor Peter Wohlleben erzählte in Haßfurt vor über 400 Besuchern von seinen Vorstellungen und seinem Wissen zur Natur.

  • Buchenwald „taktisch“ gelichtet, FT HAS vom 24.1.19; Der Verein Nationalpark Steigerwald vermutet, dass die bayerischen Staatsforsten durch das Fällen einiger Buchen, die kurz vor dem Methusalem-Alter standen, die Chancen verringern wollten, dass das Gebiet zum Weltnaturerbe wird...Trittsteinkonzept: Liebhard Löffler erkennt den Nutzen des Konzepts ohne Wenn und Aber an, würde aber gerne noch einen Schritt weitergehen: Er und seine Mitstreiter wollen einen noch intensiveren Schutz des Waldes erreichen, insbesondere da, wo es sich lohnen würde, die Staatsforsten aber in den Augen des Nationalparkvereins lieber schnell ein paar bedeutende Bäume aus der Fläche nehmen, um sie ökologisch abzuwerten und so die Nationalpark- oder Naturerbe-Chancen zu verringern.

  • Wir sind es den nachfolgenden Generationen schuldig, Leserbrief Geheeb, InFranken vom 23.1.19: Der Naturpark Steigerwald umfasst eine Fläche von gut 129 000 Hektar. Durch glückliche Umstände konnte sich rund um den Markt Ebrach ein in Europa einzigartiger Buche... Wir sind es nachfolgenden Generationen schuldig, unser Naturerbe zu bewahren. Wenn extrem ärmere Staaten wie zum Beispiel in Afrika (Serengeti) oder Südamerika (Amazonas-Regenwald) schon weitaus größere Flächen aus der Nutzung nehmen und diese als Unesco-Weltnaturerbe geschützt werden, müsste sich das wirtschaftlich starke Bayern auch im Hinblick auf einen dritten Nationalpark (10 000 Hektar = etwa neun Prozent des Steigerwaldes) eigentlich für ein solches Verhalten schämen.

  • Buchautor unterstützt Großschutzprojekt: Spende an den Verein „Nationalpark Nordsteigerwald“, Der Neue Wiesentbote vom 27.1.19; Der Korbacher Forstexperte Norbert Panek hat mit Unterstützung des Ambaum-Verlags in Vöhl-Basdorf (Nordhessen) 500,- Euro in die Kasse des Vereins „Nationalpark Steigerwald“ gespendet. „Mit der Spende möchten wir die Arbeit des Vereins unterstützen und mit einer kleinen Geste zum Gelingen der Nationalpark-Ausweisung beitragen.“

  • Den Steigerwald seiner Seele beraubt; Leserforum MP vom 14.1.19; Meine unsere Bäume sind weg... Der Wurzel, die sie ernährt und zu ihrer Größe verholfen hat, beraubt und genauso wie dieser Baum wurde auch der Steigerwald seiner Wurzel, seiner Seele beraubt. Denn so fühle ich mich, wenn ich heute genau da spazieren gehe, wo ich als Kind gehen musste. Meiner Seele beraubt.  

  • Unsere Verantwortung für die Zukunft des Steigerwalds, Leserforum MP vom 9.1.19; Unser Waldspaziergang am Dreikönigstag bei Fabrikschleichach glich einem Leidensweg. Über 100 Jahre alte Buchen wachsen nicht mehr zum Himmel. Wunderbare, gesunde Buchenstämme liegen tot links und rechts des Weges. Richtig dicke Bäume abgesägt und bereit zum Verkauf. Es war der traurigste Waldspaziergang meines Lebens; ja fast ein Kreuzweg.

  • Waldfreunde zählen die Baumstümpfe; MP vom 16.1.19; Nach der umstrittenen Fällaktion des Staatlichen Forstbetriebs im Waldgebiet bei Fabrikschleichach hat der Verein Nationalpark Steigerwald eine ungewöhnliche Aktion organisiert. 70 Vereinsmitglieder hätten eine Menschenkette gebildet, um eine Waldfläche von einem Hektar abzugrenzen, teilt der Verein in einer Presseerklärung mit. „Das Ziel dieser Aktion ist es, mehr Transparenz in das Ausmaß der Waldzerstörung zu bringen“, betonte der Vereinsvorsitzende Liebhard Löffler. Man wollte damit den Wahrheitsgehalt der Behauptungen des Forstbetriebs nachprüfen.

  • „Die Spuren der Hunnen im Steigerwald“, Leserforum Rebhan, MP vom 16.1.19; Waren Sie schon mal bei den Wanderparkplätzen oberhalb von Fabrikschleichach? Berge von zusammengehauenen, ehemals stolzen Bäumen, zermatschte Fahrspuren, Laub und Asthaufen, Holztrümmer überall: da oben schaut's aus, als wäre Attila mit seinen Hunnen durchgezogen. Was soll man von den Staatsforsten halten, wenn von ihnen gleichzeitig jammervolle Briefe mit der Bitte um Verständnis an die Öffentlichkeit geschickt werden und im Steigerwaldzentrum in Handthal eine Ausstellung mit den Worten „Rette die Welt – zumindest ein bisschen“ beworben wird? Also, wir haben es am Wochenende getan!

  • Wieder Ärger wegen Baumfällung, MP vom 3.1.19; Der Leiter des Staatsforstbetriebs Ebrach, Ulrich Merger, reagiert auf die jüngste Pressemitteilung des Vereins auf Anfrage dieser Redaktion mit völligem Unverständnis. Vor dem Beginn der Hiebmaßnahme in der Waldabteilung Röthen im älteren Waldteil zwischen Fabrikschleichach und Unterschleichach habe es extra einen Ortstermin mit der Redaktion der Main-Post Gerolzhofen vor Ort gegeben. Man habe den geplanten Hieb vorab ausführlich fachlich erläutert. Darüber sei dann auch ein umfangreicher Bericht erschienen. "Ich finde es eigenartig, dass nun plötzlich der Nationalparkverein eine Pressekampagne vom Zaun bricht und nicht schon damals auf unsere Information reagiert hat."