Gechichte des Waldschutzgebietes bei Ebrach

  • 2006 werden die Buchenwälder im Nordsteigerwald als „welterbewürdig“ eingestuft: In einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz für Anwärter auf das deutsche UNESCO-Weltnaturerbe erreichen sie unter 24 deutschen Waldgebieten den 5. Platz, bayernweit liegen sie an 1. Stelle. Für die Bewerbung um den Weltnaturerbetitel ist ein flächiges nutzungsfreies Schutzgebiet Voraussetzung.
  • 2007 beginnt die öffentliche Diskussion um einen Nationalpark im Steigerwald.
  • 2010 beschließt der Kreistag Bamberg, das Landratsamt soll ausloten, wie die Potentiale des Steigerwalds gefördert und die Voraussetzungen für die Weltnaturerbe-Bewerbung erfüllt werden können.
  • 2011 beantragt die Marktgemeinde Ebrach die Ausweisung größerer Naturschutzgebiete bei der Regierung von Oberfranken, um die Wälder wirkungsvoll zu schützen und die Voraussetzungen für eine Weltnaturerbe-Bewerbung zu schaffen. Die Regierung Oberfranken bearbeitet den Antrag nicht weiter.
  • 2013 plant das Landratsamt Bamberg unter der Leitung des damaligen Landrats Günther Denzler die Ausweisung eines in großen Teilen nutzungsfreien Geschützten Landschaftsbestandteils und beteiligt dazu die Träger öffentlicher Belange im Oktober 2013.
    Pressemitteilung 13.11.13: BN begrüßt Schutzgebietsinitiative des Landratsamtes Bamberg
  • Im April 2014 weist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Bamberg nach Bundesnaturschutzgesetz § 29 den Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ von 775 Hektar Größe aus. Er verbindet die beiden wertvollen Naturwaldreservate im Ebracher Forst flächig. Dies geschieht mit Wissen der Regierung von Oberfranken und der Bayerischen Staatsregierung, ohne dass sie das als vorgesetzte Stellen unterbinden.
    Pressemitteilung 25.4.14: BN begrüßt Schutzgebietsausweisung
    Pressemitteilung 26.5.14, BN: Schutzgebiet ermöglicht Weltnaturerbe im Steigerwald
    Hintergrundinfo Weltnaturerbe

  • 2014: In Folge bezeichnen die BaySF in einer Stellungname das Gebiet öffentlich als jungen und nicht schützenswerten Wald: „Selbst die ältesten Wälder im Gebiet … sind vergleichsweise jung und erreichen nicht einmal den Status von Klasse II- Wäldern (d.s. Wälder über 140 Jahre).“(Informationen Hohe Buchener Wald, Forstbetrieb Ebrach, Fassung vom Juni 2014). 
    Pressemitteilung 4.6.14: Naturschützer reden Tacheles im Zahlenwald
    Pressemitteilung BN vom 15.12.14: 
    BN kritisiert BaySF-Falschinformationen zu Ebracher Schutzgebiet
  • Im Februar 2015 wird das Bayerische Naturschutzgesetz geändert, um den Geschützten Landschaftsbestandteil „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ aufzuheben, weil der neue Bamberger Landrat Johann Kalb sich weigerte, das Schutzgebiet wieder aufzuheben. Die Zuständigkeit für die Ausweisungen von Geschützten Landschaftsbestandteilen über 10 Hektar werden damit an die Höhere Naturschutzbehörde zur Bezirksregierung verlagert („Lex Steigerwald“).
    Pressemitteilung 20.3.15: BN und WWF kämpfen um dicke Buchen von nationaler Bedeutung
  • Im Mai 2015 weist das Umweltministerium die Regierung von Oberfranken an das GLBs aufzuheben, weil es von seiner Umgebung optisch nicht abgrenzbar und eine Kategorie des „Objektschutzes“ sei.
    Pressemitteilung BN 27.5.15: 
    BN kündigt Klage an gegen Schutzgebietsaufhebung--
    Guttachten zur Abgrenzbarkeit von Dr. Georg Sperber
  • Im Juni 2015 stimmt der Gemeinderat von Ebrach für die Beibehaltung des GLB mit 11:1 Stimmen. 
    Pressemitteilung 15.6.17: Naturschutzverbände fordern den Hohen Buchenen Wald zu erhalten
    Pressemitteilung BN 19.6.15: Ebracher Gemeinderat steht hinter GLB
  • Bis zum Fristende des Aufhebungsverfahrens am 31. Juli 2015 gehen bei der Regierung von Oberfranken 65 Stellungnahmen ein: 53 pro GLB (darunter viele Stellungnahmen von Bürgern), 11 contra GLB und eine Stellungnahme wird als unentschieden eingestuft.
  • Im August 2015 legt der Naturschutzbeirat der Regierung von Oberfranken sein Veto gegen die Schutzgebietsaufhebung ein. Am 12. August gibt die Regierung von Oberfranken die Aufhebung des GLBs bekannt. In der kurzen Zeitspanne sind noch keine Antworten auf die Stellungnahmen bei den Absendern eingegangen. Am 25. August reichen der BUND Naturschutz in Bayern (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) Normenkontrollklage gegen die Aufhebung des Waldschutzgebietes vor dem Verwaltungsgerichtshof ein und beantragen gleichzeitig einen Stopp des Holzeinschlags im GLB.
    Pressemitteilung 12.8.15: BN kritisiert skandalöse Aufhebung und bereitet Klage vor
    Pressemitteilung 27.8.15: BN und LBV klagen für den Schutz der Buchenwälder
    Pressemitteilung 1.9.15: Erstern Teilerfolg für Naturschutz im Hohen Buchenen Wald
    Pressemitteilung BN, WWF, LBV, VNN 8.10.15: Rettungsplan für den Steigerwald
    Rettungsplan für Weltnaturerbe Steigerwald in 5 Punkten

  • Mitte April 2016 reicht der Bürgerverein Nationalpark Nordsteigerwald vor dem Verfassungsgerichtshof Popularklage gegen die Aufhebung des GLBs ein.
  • Im Juli 2016 wird die Klage von BN und LBV vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgelehnt. Die "zweifelsfreie Schutzwürdigkeit" des Waldgebietes wird im Urteil ausdrücklich bestätigt. 
    Pressemitteilung 6.5.16: Schützt das Waldschutzgebiet vor den Sägen
    Pressemitteilung 19.5.16: Demo vor Verwaltungsgerichtshof für mehr Waldschutz.
    Pressemitteilung 28.7.16: Kampf um Ebracher Schutzgebiet geht in neue Runde
    Pressemitteilung 18.10.16: BN kämpft weiter für Schutzgebiet
  • Im November 2016 legt der BN Revision beim Bundesverwaltungsgericht ein.
    Pressemitteilung 11.11.16: Revision bei Bundesverwaltungsgericht eingereicht
    Pressemitteilung 23.3.17: Grundsatzentscheidung für den Naturschutz
    Pressemitteilung 11.7.17: Nur Waldschutzgebiet ermöglicht Weltnaturerbebewerbung
  • Im Juli 2017 ist das 3-jährige Kartierungsprojekt von BN und WWF im GLB beendet – mehr als 7.600 Starkbäume mit einem Brusthöhendurchmesser über 60 cm wurden nachgewiesen. Das Ergebnis belegt die nationale Bedeutung des ehemaligen Geschützten Landschaftsbestandteils. 
    Pressemitteilung 26.7.17: Über 7.660 Starkbäume. BN und WWF-Kartierprojekt belegt Schutznotwendigkeit
    Projektbericht mit Fotos
  • Am 12.Dezember 2017 findet die Revisionsverhandlung am Bundesverwaltungsgericht (Leipzig) statt. ZurBeobachtung der Verhandlung waren mehr als 30 Befürworter des Geschützten Landschaftsbestandteils des BUND Naturschutz und des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald angereist. Diese Anzahl an Menschen an einem Termin unter der Woche kurz vor Weihnachten zeigt, dass das Schutzgebiet eine große Anhängerschaft hat.
    Pressemitteilung 12.12.17: Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht am 12.12.

  •  Am 21. Dezember weist das Gericht die Klag im Revisionsverfahren ab. Der BN bedauert, dass das Bundesverwaltungsgericht aus formalen Gründen den Geschützten Landschaftsbestandteil für ein Waldschutzgebiet nicht als geeignetes Instrument ansieht. Jetzt ist der Weg aber frei, die Buchen durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten, wie die Gemeinde sie beantragt hat, zu schützen. Dies ist auch im Sinne des Kreistagsbeschlusses von Bamberg von 2010 im Hinblick auf eine Weltnaturerbe-Bewerbung. Der BN appelliert an die Bayerische Staatsregierung, ein wirksames Naturschutzgebiet für den Hohen Buchenen Wald im Steigerwald zu schaffen! Pressemitteilung21.12.17: Alten Buchen im Steigerwald weiterhin ohne Schutz

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BUND Naturschutz
Weitere Informationen zur GPS-Kartierunge finden Sie hier

Demo vor dem VGH in München am 26. Juli 2016
Vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig, 12. Dezember 2017
Mehr als 6.700 dicke Bäume belegen den hohen Wert des Schutzgebietes
Zum Fällen marktierter Baum in der Abteilung Steinkreuz im GLB
"Rot ist tot", falls die Staatsregierung kein adäquates Schutzgebiet ausweist fällt dieser Baum wie viele andere der Säge zum Opfer
Günther Oltsch beim Vermessen eines Baums im GLB
Martin Mößlein beim Vermessen. Dieser Baum könnte noch lange stehen und auch Martins Urur urur..-Enelkinder könnten ihn noch besuchen. Foto: Stephan Hummel
Die Bäume im ehemaligen Schutzgebiet brauchen Schutz!